19. Juli 2021
Wirtschaftsrat Nordthüringen informiert sich bei IMG Nordhausen
Sektionssprecher Dr. Peter Davids: KMU, Hochschulen und Schulen müssen Fachkräfte für „Arbeitsplatz Thüringen“ begeistern und binden

So unscheinbar die Fassade des dreistöckigen Industriegebäudes An der Salza 8a wirkt, dahinter entstehen einzigartige und höchst gefragte Elektroniken und Energiesysteme auf Spitzenniveau. Davon überzeugten sich jüngst Mitglieder und Gäste der Wirtschaftsratssektion Nordthüringen. Allein 100 Steuergeräte sorgen in einem modernen PKW für Fahrsicherheit, Fahrkomfort und auch für die Umweltverträglichkeit des Kraftwagens. Diese Antwort von Helge Maday, Geschäftsführer der Nordhäuser IMG Electronic & Power Systems GmbH auf seine eingangs gestellte Schätzfrage hätten die wenigsten der Anwesenden erwartet. Umso aufmerksamer folgten sie seinen Ausführungen zum Thema „Ohne Elektronik geht nichts mehr“ und erwarteten mit Spannung den angekündigten tiefen Blick hinter die Kulissen während des Werksrundganges durch den stark gefragten Entwicklungs- und Fertigungspartner für kundenspezifische Elektronik- und Energiesysteme.

 

Für Elektronik aus Nordhausen und Spitzenpositionen unserer Thüringer Unternehmen allgemein brauche es findige Ingenieure und Facharbeiter. Entwicklung von der Idee des Kunden bis zur Serienfertigung könne eine wirkliche Herausforderung für junge Ingenieure sein. Sie müssten es nach den Worten Madays nur wissen und ausprobieren. Hierfür bestünden bereits enge traditionelle Beziehungen zur Hochschule Nordhausen. Aber auch früher müsse angesetzt werden, um die Attraktivität von Ingenieurberufen stärker herauszustellen. Dafür müsse während der Schulzeit den MINT-Fächern wesentlich mehr Bedeutung zugewiesen werden. Zudem gelte es, die Zukunftsperspektiven für Naturwissenschaftler aufzuzeigen im Rahmen der Berufsorientierung für Facharbeiter und Studienorientierung für Ingenieure, Informatiker und Techniker. Dieser Appell ging eindeutig an Bildungspolitiker und Schulverantwortliche aller Ebenen im Freistaat und wird in allen Einzelheiten und mit aller Dringlichkeit auch von Dr. Peter Davids, Sprecher der Sektion Nordthüringen im Wirtschaftsrat der CDU e. V., im Namen der Mitglieder mitgetragen und unterstützt.

 

Als Referenzen des 1995 als Forschungsinstitut gegründeten und heutigen 45-Mann-Unternehmens nannte Helge Maday Elektronik für die Bahntechnik und hier beispielsweise für ICE-Züge und Medizintechnik. Ebenfalls sei die IMG einer der wenigen verbliebenen Hersteller für analoge Telefontechnik. Natürlich seien es auch Elektroniken für die Fahrzeugtechnik wie die Nordhäuser Straßenbahnwagen, wies Helge Maday auf die Ursprünge als Forschungsinstitut für Maschinen und Antriebe hin. Diese würden als Einzelstücke bis hin zu Serien gefertigt. An drei Standorten in Nordhausen wird für Stabilität und Weiterentwicklung der Säulen des IMG, Forschung und Entwicklung, Prüfdienstleistungen, Elektronikfertigung und Gerätefertigung, gesorgt. Dafür sorgen auch die zwei bereits gestarteten, zukunftsträchtigen Entwicklungsprojekte „Neuartige Faserkunststoffverbunde für die EMV-Schirmdämpfung“ und „Demonstrationsprojekte Wasserstoffnutzung in Wohnungswirtschaft Sonneberg und Apolda“ im Rahmen des Bundesprojektes H2-Well.

 

Elektronik, Digitalisierung und Zukunftstechnologien waren natürlich Steilvorlagen für Gastredner Prof. Dr. Mario Voigt MdL, Fraktionsvorsitzender / Sprecher für Digitalisierung und Wissenschaft der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag. So bezeichnete er die Spezialelektronik als Chance für spezialisierte Thüringer KMU. Die Frage nach der Zukunft Thüringens als Spitzenwirtschaftsstandort stand im Raum und ob Thüringen so regiert würde, dass KMU wie beispielweise das IMG ihre Potenziale voll entfalten könnten.

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