28. April 2022
Wirtschaftsrat kritisiert Bundesnetzagentur
Wolfgang Steiger: Zwangsaufhebung von Streamingoptionen ist Verbraucherfeindlich

Die heutige Entscheidung der Bundesnetzagentur, Optionen wie „StreamOn“ von der Telekom oder „Vodafone Pass“ zu verbieten, trifft auf Kritik aus dem Wirtschaftsrat. „Was die Bundesnetzagentur hier treibt ist nichts anderes als ein massiver Eingriff in die Vertragsfreiheit von Kunden und Anbietern“, sagt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates.

 

Mit den oft kostenlosen Zusatzoptionen der Mobilfunkanbieter, wird Kunden das Abrufen von Inhalten diverser Online-Diensteanbieter nicht auf das verbrauchte Datenvolumen angerechnet. Hierzu gehören in der Regel YouTube, Spotify oder Netflix, aber auch die Mediatheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes oder Tageszeitungen. „Dass nun die Bundesnetzagentur auf dem Rücken der Kunden Politik gegen die Netzdienstleister machen will, ist kaum nachzuvollziehen. Die Aussage der Bundesnetzagentur, dass Kunden hiervon profitieren würden, wirkt angesichts der Fakten wie blanker Hohn“, sagt Wolfgang Steiger.

Die Bundesnetzagentur setzt so auch ein Urteil des EUGH um, das verlangt hat, dass die sogenannten „Zero Rating-Optionen“ grundsätzlich europaweit verfügbar sein müssen. Wolfgang Steiger: „Hier hätten die Anbieter einfach nachsteuern können. Diese Chance will die Bundesnetzagentur ihnen offensichtlich nicht ermöglichen.“