10. April 2019
Auf dem Weg zu einer Milliarde Fahrgästen
Auf Einladung der Sektion Offenbach-Dieburg des Wirtschaftsrats Hessen war Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung, RMV Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH, im Verlagshaus der Offenbach Post in Offenbach zu Gast, um gemeinsam mit Mitgliedern des Wirtschaftsrats über die Entwicklung des ÖPNVs in der Region zu sprechen.
Steffen Ball im Gespräch mit Prof. Knut Ringat (Foto: Wirtschaftsrat)

In einem kurzweiligen Vortrag beschrieb Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung, RMV Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH, die Herausforderungen, vor denen die Entwicklung des ÖPNVs in den kommenden Jahren steht und welche Pläne zum Ausbau des Angebots aktuell in der Schublade liegen.

Ringat erläuterte, dass insbesondere die wachsende Bevölkerung im Ballungsraum den RMV vor wachsende Herausforderungen stellt, so wachsen mit der Bevölkerung auch die Fahrgastzahlen. In 2018 nutzten mit 769 Millionen Menschen 15 Millionen mehr als noch in 2017 die Angebote des RMV. Als Prognose für 2030 geht Prof. Ringat davon aus, dass rund 30 Prozent mehr Fahrgäste befördert werden müssen. „Das Arbeitsplatzwachstum in Frankfurt ist außerdem größer als das Bevölkerungswachstum, dies resultiert in mehr Einpendlern“. Als bedeutende Nutzergruppe nannte Ringat darüber hinaus die rund 9,5 Millionen Touristen, die beispielsweise in 2018 die Stadt Frankfurt besuchten.

Prof. Ringat gab einen Einblick in den Status quo des ÖPNV in der Rhein-Main-Region (Foto: Wirtschaftsrat)

Als großes Problem in Bezug auf den ÖPNV bundesweit sieht Ringat die Uneinheitlichkeit, denn „es gibt 16 Bundesländer und damit 16 verschiedene Definitionen von ÖPNV, jedes Bundesland hat eigene Regelungen und eine eigene Perspektive“.

Er warnt gleichzeitig davor, ein „Weiter-so“ zuzulassen: „Wir benötigen in den nächsten Jahren immer mehr ÖPNV, ohne Veränderungen kollabiert das System“.

Auch aus diesem Grund ist Ringat erfreut, dass er von seinem politisch besetzten Aufsichtsrat immer weiter aufgefordert wird, innovativ zu sein – dies überschneidet sich auch mit seinen Vorstellungen eines Verkehrsverbunds, der in Hessen die Metropole, aber auch den ländlichen Raum versorgen muss. Als Beispiel führte Prof. Ringat die Überlegungen an, Seilbahnen als Mittel des ÖPNV zu nutzen.

Abschließend äußerte er sich zu Problemen mit der Pünktlichkeit des RMV: „Wir haben immer wieder Probleme mit der Pünktlichkeit – aus den verschiedensten Gründen, ob durch den RMV beeinflussbar - oder nicht. Wichtig ist, dass der Kunde über Störungen oder Unregelmäßigkeiten informiert ist, in diesem Bereich müssen wir unsere Leistung noch verbessern.“ 

Kontakt
Andreas Hohmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
Telefon: 069 / 72 73-13
Telefax: 069 / 17 22-47