20. März 2019
Agilität: Schweizer Rezept zum Erfolg
Stabile Währung, niedrige Unternehmenssteuern, wenig bürokratische Hürden: Die Schweiz ist eine der erfolgreichsten Volkswirtschaften der Welt. Ein hochindustrialisiertes Land mit boomendem Dienstleistungs-- und Tourismussektor. Das Unternehmernetzwerk Internationaler Kreis unter der Leitung von Carola Paschola stellte deshalb die Frage: „World Class. Swiss Made – Was ist das Schweizer Erfolgsrezept?" Dr. Stefan Söhngen diskutierte mit Generalkonsul Dr. Urs Hammer, Schweizerisches Generalkonsulat Frankfurt am Main, Markus Nigg, COO, ti&m AG, und Dr. Rolf Weilenmann, Leiter Corporate Finance der Helvetische Bank AG, über Schweizer Besonderheiten, politische Zurückhaltung und Machertum.
v.l.n.r.: Markus Nigg, Dr. Urs Hammer, Dr. Rlf Weilenmann und Dr. Stefan Söhngen (Foto: Wirtschaftsrat)

„Während in der Schweiz das Großprojekt Gotthardt-Tunnel ein Jahr vor Ankündigung fertiggestellt wurde, hat sich Deutschland am Flughafen Berlin probiert. Ist das Schweizer Qualität?“, leitete Dr. Stefan Söhngen, Geschäftsführer, R3LATION GmbH, die Diskussion über das Schweizer Erfolgsmodell ein. Schweizer Qualität sei vor allem ein gutes Zusammenspiel bei Politik und Wirtschaft. Bei theoretischer Diskussion und praktischer Umsetzung. Das Projekt Gotthardt-Tunnel habe eine hohe politische Legitimation gehabt und sei ein internationales Projekt. Eine Essenz, die wohl auch in den Erfolg der Schweizer Volkswirtschaft reinspielt. „Comprendre et faire comprendre“, resümierte Dr. Urs Hammer, Schweizerisches Generalkonsulat Frankfurt am Main. Verstehen und verstanden werden. In der Schweiz habe der praktische Bezug einen hohen Stellenwert.

 

Der Sloagn "World Class. Swiss Made" fand auch im Auditorium Gesprächsbedarf (Foto. Wirtschaftsrat)

Deutschland und die Schweiz unterscheiden auch regulatorische Hürden. Während in Deutschland viel Bürokratie herrsche, sei die Schweiz agiler. „Wir Schweizer sind es gewohnt zu machen. Wir übernehmen das Risiko und managen es. Man findet eigentlich immer jemanden, der bereit ist sich zu exponieren“, erläuterte Markus Nigg, COO der ti&m AG.

Für Nigg ist der Standort Frankfurt wertvoll, nirgends lerne er den Markt besser kennen. „Hätte ich den bürokratischen Aufwand vorher gekannt, ich würde es nicht wieder machen“, so Nigg. Die Verwaltung müsse dringend aufgeräumt werden – Prozesse dauerten zu lange. „Als Schweizer ist man es gewohnt, agil zu sein und zu agieren.“

 

v.l.n.r.: Dr. Stefan Söhngen, Markus Nigg, Carola Paschola, Dr. Urs Hammer und Dr. Rolf Weilenmann (Foto: Wirtschaftsrat)

Zur Agilität riet auch Dr. Rolf Weilenmann, Leiter Corporate Finance der Helvetische Bank AG. Für den Vertreter einer jungen Bank dauern Prozesse in Deutschland ebenfalls zu lange. Dies berge weitere Risiken, insbesondere im Bereich der Finanzierung.

 

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Andreas Hohmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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