16. April 2021
Die Abgehängten nach der Krise wieder mitnehmen
Staatssekretärin Güler über gesellschaftliche Zukunftsfragen für NRW
Gemeinsam mit Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im nordrhein-westfälischen Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, diskutierte der Wirtschaftsrat über gesellschaftliche Zukunftsfragen für Nordrhein-Westfalen.
Staatssekretärin Serap Güler (Bild: Land NRW / R. Sondermann)

Mit Blick auf die Coronapandemie machte die Staatssekretärin deutlich, dass es die wichtige Aufgabe der Politik sei, diejenigen, die durch die Krise wirtschaftlich, beruflich oder schulisch abgehängt wurden, wieder mitzunehmen.

 

Die Krise habe Menschen aus allen Lebensumständen getroffen, aber die sozialschwächeren und darunter auch viele Migranten hätten ganz besonders damit zu kämpfen, so Güler. „Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten häufig in Berufen, in denen sie sich zum einen schneller anstecken, zum anderen aber auch vermehrt von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit bedroht sind.“ Dabei sei Arbeit einer der wichtigsten Bausteine für die Integration. Dasselbe gelte auch für das Thema Bildung, wo die sozialschwächeren ebenfalls härter betroffen seien, insbesondere mit Hinblick auf das Homeschooling. Eltern hätten häufig Schwierigkeiten mit der Sprache und dem Schulsystem und gleichzeitig sei es für die Kinder schwierig, mit mehreren Geschwistern in kleinen Wohnungen gleichzeitig zu lernen, zumal nicht selten die technische Ausstattung fehle. „Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Politik, die coronabedingte Bildungsungerechtigkeit zu schließen und schnellstmöglich wieder aufzuholen“, betonte Güler.

Die Stärkung der Wirtschaft sei einer der wichtigsten Ansätze, um dies umzusetzen. So könnten nach der Pandemie wieder mehr Arbeitsplätze geschaffen und die Erwerbslosenzahlen reduziert werden. Dies hätte höhere Staatseinnahmen zur Folge, welche wiederum zur Unterstützung sozialpolitischer Projekte und damit der Bildung genutzt werden könnten. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Pandemie unsere Fortschritte beim Thema Integration kaputtmacht“, schloss Güler.