17. Oktober 2016
Landesfachkommission Logistik & Infrastruktur
Zukunftsfähige Metropole Hamburg: Die Digitalisierung der Paketlogistik
Bei der Landesfachkommission Logistik & Infrastruktur des Wirtschaftsrates Hamburg stellte Dirk Rahn, Managing Director Operations der HERMES LOGISTIK GRUPPE Deutschland GmbH, die Herausforderungen vor, denen sich die Paketlogistik in Zeiten der Digitalisierung stellen muss.

Das digitale Zeitalter verlangt Effizienz trotz individualisiertem Kundennutzen

10 Millionen Pakete werden täglich in Deutschland ausgeliefert und es werden immer mehr: Durch das starke Wachstum des E-Commerce soll sich diese Zahl laut einer Studie von McKinsey bis 2025 verdoppeln. Daraus resultiert ein größeres Lieferverkehrsaufkommen, welches es möglichst effizient und emissionsfrei zu gestalten gilt, um Staus zu umgehen und Schadstoffregulierungen einzuhalten. 

 

Durch die Digitalisierung steigen nicht nur das Lieferaufkommen, sondern auch die individuellen Ansprüche des Kunden. Über sein Smartphone greift der Kunde in die Lieferkette ein: Er gibt beispielsweise ein Zeitfenster zur Lieferung oder eine Adressänderung an. Außerdem erwartet er Flexibilität, Schnelligkeit sowie eine kostengünstige Lieferung. Der Paketlogistik muss es gelingen, den Spagat zwischen kosten – und schadstoffeffizienteren Lieferungen und höherem Kundennutzen zu schaffen.

 

Intelligente Lösungsansätze für digitale Herausforderungen

Die Digitalisierung bietet hierbei nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch Lösungen. Die sozialen Netzwerke bilden zum Beispiel neue Möglichkeiten der Kundenkommunikation. Wie Dirk Rahn außerdem schilderte, verbessert Hermes Deutschland seine Geschäftsprozesse durch neue Algorithmen und Liefermethoden. Durch eine stärkere Vernetzung können die Lieferfahrzeuge zu jeder Zeit kontrolliert und informiert werden, sodass Lieferrouten flexibel geändert und zum Beispiel Verkehrsstörungen umfahren werden können.

 

Vor allem in der Liefermethodik stehen große Veränderungen bevor, die für mehr Flexibilität und weniger Emissionen im Lieferprozess sorgen: Über automatisierte Mikro-Depots in den Hermes-Paketshops sollen kleinere Pakete mit Fahrrädern von Privatpersonen ausgeliefert werden. Dieses Konzept des „Crowdsourcing“, d.h. der Einbindung von Privatpersonen in die Lieferkette, ist auch in Kombination mit dem ÖPNV denkbar. Die Erfassung der von der „Crowd“ geleisteten Arbeitsstunden erfolgt digital über eine App. In Zukunft werden außerdem das automatisierte Fahren, intelligente Technologien am hauseigenen Paketkasten sowie Robotik und Drohnen eine wichtige Rolle spielen. Beispielsweise befindet sich der Hermes-Zustellroboter schon seit September dieses Jahres in drei Hamburger Stadtvierteln im Testeinsatz. 

 

Elektromobilität für mehr Nachhaltigkeit

Ein weiterer Ansatz für die Reduzierung des Schadstoffausstoßes von Hermes Deutschland ist die Elektromobilität: Im Rahmen eines Pilotprojekts soll in Hamburg die City-Zustellung absolut emissionsfrei mit Elektrofahrzeugen oder Lastenfahrrädern erfolgen. Das Unternehmen plant, bis zum Jahr 2018 4.000 bis 5.000 E-Fahrzeuge für die Zustellung einzusetzen. 

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
Telefon: 040/ 30381049
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