01. Juli 2010
Zu Besuch im „Tempelhof des Nordens“
Wirtschaftsrat Bremen besichtigt den Bremer Flughafen
Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates Bremen trafen sich vor der Sommerpause noch einmal, um einen Blick hinter die Kulissen des Bremer Stadtflughafens zu werfen.

Nach einer Rundfahrt über das Gelände und einem kurzen Rückblick des Vorsitzenden des Landesverbandes Bremen, Nils Herrmann, auf das erste Halbjahr, stellte Jürgen Werner Bula, der Geschäftsführer des Airport Bremen, den Flughafen vor und schnitt die Fragen an, „Wo steht der Bremer Flughafen heute?“ und „Wo soll die Entwicklung hingehen?“.

Bula ging auf die aktuelle Qualitätssicherungsanalyse ein, die den Flughafen im Juni 2010 mit 251.898 Fluggästen in diesem Monat, als den passagierreichsten in der Geschichte des Bremer Flughafens auswies. Der City-Airport habe sich als Dreh- und Angelpunkt in Norddeutschland etabliert.

Drei Segmente bildeten die Basis für diesen Erfolg, sagte der Geschäftsführer:

1. Die Linienflüge. Passagiere, die in Bremen losfliegen kämen mit einmal umsteigen zwölfmal am Tag nach Shanghai. Zudem sei der Tourismus, insbesondere die Low-Cost-Flüge von Ryan Air, eine wichtige Grundlage für dieses Segment.
2. Ein weiteres Standbein des Flughafens bilde die Logistik, deren Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen zwar deutlich zurückgegangen sei, die aber als Angebot weiter aufrecht erhalten werden solle.
3. Dazu kämen „Einnahmequellen außerhalb des Reisens“. Da die Erträge, die mit Reisenden und Airlines erwirtschaftet würden, immer weiter zurückgingen, werde der Flughafen verstärkt auf Erträge aus Werbung und Vermietungen setzen.

Abschließend stellte Jürgen Werner Bula noch zwei Grundsätze für die mittelfristige Planung des Flughafens vor: Zum einen sei festes Ziel auch weiterhin ohne Subventionen auszukommen, zum anderen solle der Flughafen noch weiter als Drehkreuz für Norddeutschland ausgebaut und etabliert werden. Dabei würden nicht nur Renditegesichtspunkte, sondern auch regionalökonomische Effekte berücksichtigt.

In der Diskussion mit den Unternehmern der Region ging Bula nochmals genauer auf die weitere Wertschöpfung durch Fluggäste in Bremen ein. Auch die eingeschränkte Betriebszeitengenehmigung, die Flüge zwischen 22:30 Uhr und 6:00 Uhr verbietet, wurde erörtert. Bei einem kleinen Snack und interessanten Gesprächen klang die Veranstaltung aus.