13. Februar 2017
Mittagsgespräch der Sektion Neumünster im Hotel Prisma
Wirtschaftsstandort Neumünster im Aufwind
Das inzwischen sogar schon erweiterte Designer Outlet Center zieht jedes Jahr zwei Millionen Besucher an, die Holsten-Galerie in der Innenstadt erweist sich als Magnet für die City. Und in den Gewerbegebieten rund um die Stadt wird der Platz langsam eng. Henry Kruse hat sich
direkt an der Autobahn im Gewerbegebiet Eichhof angesiedelt. „Eine gute Werbung für uns“, so Dr. Tauras – der gleichzeitig zugeben muss, dass ein Bewerber für das benachbarte 18,5-Hektar-Grundstück wegen Differenzen mit der Stadt abgesprungen sei. „Neue Interessenten sind
jedoch genügend da“, beruhigt der Bürgermeister vor gut sechzig interessierten Kaufleuten. Ein anderes Grundstück sei bereits an einen Betrieb verkauft, der Windkraftanlagen wartet.

Auch im Industriegebiet Süd wird es eng. „Da sind nicht mehr viele freie Flächen“, weiß Dr. Tauras zu berichten. Logistiker Voigt hat sich weitere Grundstücke gesichert, einige wenige Grundstücke sind noch zu haben, eine Er schließungsstraße müsse noch gebaut werden.
Auch für die Innenstadt kann er Positives mitteilen. Die Holsten-Galerie würde als Magnet fungieren, Leerstände seien kaum noch zu verzeichnen. Ein Einzelhandelskonzept sei vorhanden und biete gute Rahmenbedingungen zur Entwicklung. Neumünster sei aber nicht nur für
Unternehmen interessant, sondern auch für Neubürger. Inzwischen habe die Stadt die 80.000-er Marke übersprungen. Ziel sei es aber dennoch, innerstädtisch weiteren attraktiven Wohnraum zu entwickeln. „Wir brauchen aber auch vor allem qualifizierte Fachleute“, so der Einwurf eines Gastes, der einen Betrieb mit Feinwerktechnik hat. Die würde man aber nur bekommen, wenn die Stadt auch weiterreichende Ausbildungsangebote vor halte, aber auch Kultur und anspruchsvollere Freizeitangebote. Vielleicht solle man für einen weiteren Hochschulstandort werben, kommt ein Vorschlag.

Das könne auch eine private Hochschule sein. Eine Hochschule würde die Menschen an die Stadt binden. Doch ganz ohne Kritik lassen die Besucher ihren Referenten nicht gehen. „Bei aller Schönheit der Stadt“, so ein Gast, „man muss die Innenstadt auch erreichen können!“ Seine Kritik geht in Richtung verengter Fahrbahnen auf den Zugangsstraßen zur Innenstadt und der Großbaustelle Großflecken. Vor allem Letztere stößt auf Kritik. „Muss die Baumaßnahme in diesem Umfang wirklich sein?“, kommt die Frage. Ja, einige Maßnahmen müssten gemacht werden, doch glücklicherweise habe die Stadt inzwischen einen Baustellen-Koordinator eingestellt, dem ein Stadtbaurat als Fachmann zur Seite stünde. „So wollen wir die Kommunikation zwischen den diversen Bau-Aktivitäten verbessern“, erklärt Taurus, der vor allem die Baumaßnahme Großflecken nicht zu lange laufen lassen möchte, um die betroffenen Geschäfte nicht mehr als notwendig zu strapazieren. Olaf Taurus, 1967 in Kamen geboren, war Unternehmensberater in Düsseldorf und später Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Neumünster. Seit 2009 ist er Oberürgermeister der kreisfreien Stadt Neumünster. Wirtschaftsraum Neumünster im Aufwind
v.l. OB Dr. Olaf Tauras, Melanie Bernstein, Sektionssprecher Holger Bajorat und Sebastian Fricke (Inmedium Werbung) - Foto: Wirtschaftsrat