15. September 2011
Wirtschaftsrat: Sichere Stromversorgung als nationale Herausforderung begreifen
Die dauerhafte Sicherung der Stromversorgung bedeutet nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie eine „nationale Kraftanstrengung und Herausforderung ersten Ranges“ für alle gesellschaftlichen Akteure. Egal ob Stromerzeuger, industrielle und private Abnehmer, Forschungseinrichtungen oder politische Parteien jeglicher Couleur – der Ausstieg kann nur gelingen, wenn dies alle als Gemeinschaftsaufgabe verstehen und jeder seinen Teil dazu beiträgt.

Dies war die übereinstimmende Meinung der rund 50 Teilnehmer eines  Frühstücksgesprächs des Wirtschaftsrats Thüringen am Donnerstag in Erfurt, bei dem über das Thema „Atomausstieg und erneuerbare Energien – Auswirkungen für die Thüringer Energieversorgung“ diskutiert wurde.

Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der E.ON Thüringer Energie AG, vermisst dabei noch eine große, alles verbindende Vision. „Denn das, was bisher technologisch und kaufmännisch machbar ist, lässt sich in dieser Zeitspanne kaum im notwendigen Umfang realisieren“, gibt er zu bedenken und fügt hinzu, „dass andere vielversprechende technische Entwicklungen noch im Forschungs- beziehungsweise Teststadium stecken.“

Fakt sei, dass der weltweite Stromverbrauch in den kommenden Jahren deutlich ansteigen und dabei vor allem von nicht OECD-Ländern getrieben wird. Fakt sei auch, dass ein „Stromlast-Management“ für Deutschland notwendig ist, um die dauerhafte und flächendeckende Versorgung mit Strom zu gewährleisten. Vor allem die Speicherfähigkeit überschüssigen Stroms, der durch erneuerbare Energien anfällt, müsse deutlich gesteigert werden. Ein vielversprechender Ansatz sei dabei etwa die Nutzung des Gasnetzes als Speicher.  Auch den Aufbau von „intelligenten“ Versorgungsnetzen sieht er als zentralen Baustein der Zukunft, bei dem Versorgungsunternehmer und Verbraucher mithilfe sogenannter „smart-meters“ miteinander kommunizieren.

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