07. August 2020
Wirtschaftsrat Sachsen schärft Handlungsempfehlungen für Wirtschaftsstrategie
Landesgeschäftsführer Dr. Dino Uhle: Weichen für Überwindung Corona-Folgen müssen jetzt richtig gestellt werden

Das im Oktober 2019 verabschiedete und veröffentlichte 10-Punkte-Programm zur Wahlperiode 2019 - 2024 musste präzisiert werden. Mit Blick auf die drastischen Einbrüche und Folgen für die Wirtschaft konkretisiert der Landesverband Sachsen im Wirtschaftsrat der CDU e.V. seine wirtschaftspolitischen Empfehlungen für ein attraktives Sachsen. „Mit einem verlässlichen technologieoffenen Rahmen für unsere Unternehmen und kurzfristig zu beschließenden sowie umzusetzenden Maßnahmen seitens der Politik kann ein nennenswerter Multiplikatoreffekt auf das Bruttoinlandsprodukt Sachsens ausgelöst werden. Damit lässt sich zudem der Doppelausstieg aus Kernenergie und Braunkohle im Sinne eines strukturellen Wandels „Post-Corona“ realisieren“, beschreibt Dr. Dino Uhle, Landesgeschäftsführer des Landesverbandes Sachsen, die möglichen Effekte. „Ein rundum attraktiver Lebensraum Sachsen hält seine Fachkräfte und bewegt weitere zum Zuzug. Zugleich sind es der unternehmerische Erfinderreichtum, die sprichwörtliche Ingenieurs- und Handwerkskunst sowie die natürlichen Ressourcen im Freistaat auf die es sich zu besinnen gilt. Diese originären Kräfte Sachsens müssen als Zukunftsfelder platziert werden“, empfiehlt Dr. Dino Uhle.

Nach Einschätzung des Wirtschaftsrates Sachsen drohe Deindustrialisierung der Kohleregion bei fehlenden Konzepten für Ansiedlungen von Unternehmen und für Beschäftigung in Zukunftsbranchen. Zudem würden Unternehmen zu „Übernahmekandidaten“ oder müssten aufgeben. Insbesondere jungen Familien böten sich negative Perspektiven, es drohe verstärkter Wegzug und damit verstärkter Bevölkerungsrückgang.

Im Detail definieren die Experten des Wirtschaftsrates Sachsen insgesamt 21 zielführende Ansätze. Beispielsweise könnten in Sachsen synthetische Kraftstoffe entwickelt und ein Lizenzhandel etabliert werden, obgleich eine diesbezügliche Eigenproduktion auch gelingen könnte, wenn die staatlichen Preistreiber auf den Strompreis reduziert würden Zudem seien Holz, Sand und Müll im Freistaat konsequent zu nutzen. Für die „Ressource Wissen“ müsse das Bildungssystem konsequent auf die Technologietreiber der Zukunft, wie zum Beispiel Digitalisierung, Materialwissenschaft, moderne Energieerzeugung und additive Verfahren ausgerichtet werden. Der Automobilbau im Freistaat ließe sich insbesondere durch Innovationen bei Wasserstoff und synthetischem Kraftstoff sichern. Als Verpackungsersatz für Kunststoffe könnten Papier oder Glas eingesetzt werden, womit sogar eine gehobene Marktposition für Sachsen möglich wäre. Die Politik müsse das „Silicon Saxony“ als Sonderwirtschaftszone ausbauen, Landesvertretungen in Osteuropa einrichten und so Wirtschaftskontakte erleichtern. Damit könnten viele Lieferketten neu ausgerichtet beziehungsweise wieder aufgebaut werden. Die Digitalisierung der Finanzämter, eine steuerliche Abschreibbarkeit auf Beteiligungskapital bei Tech-Startups sowie ein staatlich geförderter Technologietransfer im Maschinenbau wären weitere wesentliche Schritte mit kurzfristiger und hoher Erfolgschance.

Insgesamt gilt es, neben dem Zuzug auch das Bleiben der hochqualifizierten Fachkräfte zu bewirken. Darauf müssten Subsysteme Wohnen, Arbeit, Bildung/Kultur, Gesundheit/Pflege, (digitale) Infrastruktur strategisch ausgerichtet werden, um dauerhaft den Wohlstand im Freistaat zu erhalten.

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Dr. Dino Uhle
Landesgeschäftsführer
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