02. Juli 2020
Wirtschaftsrat Sachsen: Bestätigtes Infrastrukturprojekt Elektrifizierung Bahnstrecke Chemnitz - Leipzig beschleunigen
Kathrin Werner - Industrieregion Chemnitz zukunftssicher gestalten anstatt immer weiter abzukoppeln
Insgesamt 10 Jahre sollen nach Plänen der bundeseigenen Deutschen Bahn AG vergehen, bis die gerade einmal 80 Kilometer lange Bahnstrecke von Chemnitz nach Leipzig im Jahr 2028 elektrifiziert sein wird. Und dies, obwohl das Projekt seit Ende 2018 im Bundesverkehrswegeplan mit der höchsten Kategorie „Vordringlicher Bedarf“ und mit gesicherter Finanzierung eingestuft wurde.

„Wir wehren uns gegen dieses offensichtliche Akzeptieren einer solchen Projektlaufzeit seitens der Verantwortlichen im, die Bahn-Beteiligung führenden Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie im Regionalmanagement unseres für Sachsen wichtigen Industriestandortes Stadt und Region Chemnitz“, sagt Kathrin Werner, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Sachsen und Sprecherin der Sektion Chemnitz im Wirtschaftsrat der CDU e.V. den Stand der Planungen und Ausführung seitens der Deutschen Bahn AG. „Chemnitz mit seinen wirtschaftlichen Potenzialen und seiner Historie als namhafter und traditioneller Industriestandort wird einmal mehr stiefmütterlich behandelt und abgehängt! Wünschenswert wäre ein ‚Handeln jetzt‘, bevor dieser Zug abgefahren ist“, fordert Kathrin Werner in Richtung der politisch Verantwortlichen in Bund, Freistaat und den Kommunen der Region.

„Ob es die fehlende ICE-Anbindung für Chemnitz ist oder die Schließung der hiesigen Galeria Kaufhof, während die Kaufhäuser in Leipzig und Dresden bleiben, Chemnitz verliert trotz seiner Potenziale zunehmend an Bedeutung“, beschreibt Kathrin Werner die Symptomatik und fordert: „Das muss sich ändern!“

Eine attraktive Fernzuganbindung auch in Nord-Süd-Richtung brächte der Region Chemnitz Standortvorteile. Chemnitz und Leipzig als Start- und Zielpunkte der Ausbaustrecke gehören neben Dresden zu den sechs Oberzentren in Sachsen, die im Landesentwicklungsplan des Freistaates festgelegt und ausgewiesen sind. Die Region Chemnitz, auch gern und treffend als Ballungsraum Chemnitz-Zwickau bezeichnet, umfasst neben der Stadt Chemnitz den Erzgebirgskreis, den Kreis Mittelsachsen, den Vogtlandkreis und den Kreis Zwickau. Das Statistische Landesamt Sachsen weist für die Region per 31.12.2019 rund 1,427 Millionen der insgesamt 4,072 Millionen Einwohner Sachsens aus. Die IHK Chemnitz zählt 5.600 Industriebetriebe und belegt, dass die Industrie ein Viertel der Wirtschaftsleistung der Region erbringt und damit über dem Bundesdurchschnitt von 23 Prozent liegt.

Leider versäumten es nach Einschätzung des Landesvorstandsmitglieds die politisch Verantwortlichen vollständig, sich dem Niedergang einer ganzen Region nicht nur entgegen-zustellen, sondern hier aktiv mit neuen Konzepten der sich verändernden Wirtschaftslandschaft zu punkten und die Region zukunftsfest zu gestalten.

„Wenn wir es nicht endlich schaffen, Chemnitz in Sachsen wieder in der 1. Liga mitspielen zu lassen, werden wir in den nächsten Jahren mehr verlieren als einen Bahnanschluss. Es geht um Arbeitsplätze in einer sich wandelnden Automobil- und Maschinenbauregion. Wenn wir jetzt nicht Infrastruktur schaffen und Zukunftsprojekte anschieben, wird es zu massiven Verlusten in den nächsten Jahren kommen in jeglicher Hinsicht!“, so die mahnende Handlungsaufforde-rung Kathrin Werners im Interesse der Region Chemnitz.

Kontakt
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Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Sachsen
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