04. Oktober 2018
Wirtschaftsrat: Klimaideologische Verschärfung der Kohlendioxid-Ziele gefährdet Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie
Wolfgang Steiger: Ministerrat ist jetzt in der Verantwortung, etablierte Wettschöpfungsketten und Arbeitsplätze zu erhalten

Berlin, 04. Oktober 2018.  Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. kritisiert den gestrigen Beschluss des Europäischen Parlaments scharf, die Einsparziele für den Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen für das Jahr 2030 um 40 Prozent verglichen mit den Grenzwerten von 2021 zu senken und eine Quote für Niedrig- und Nullemissionsfahrzeugen über 35 Prozent einzuführen. „Hier wird aus klimaideologischen Gründen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie aufs Spiel gesetzt“, kritisiert Generalsekretär Wolfgang Steiger. „Mit diesen überzogenen Zahlenspielen werden Automobilstandorte in Deutschland und Europa geschwächt.“

 

Der Wirtschaftsrat fordert deshalb den Ministerrat dazu auf, am kommenden Dienstag den Vorschlag der Europäischen Kommission und der Bundesregierung, die Kohlendioxid-Emissionen für die PKW-Neuwagenflotte um 30 Prozent bis 2030 zu kürzen, zu unterstützen. "Die Kommission schlägt ambitionierte Kohlendioxid-Zielwerte vor, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen ohne die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie in Frage zu stellen“, erklärt Wolfgang Steiger. Und das aus gutem Grund: Berechnungen der Kommission zufolge würden bei einer Einsparung von 45 Prozent Kohlendioxid bis 2030 europaweit 60.000 Arbeitsplätze verloren gehen.

 

„Der Vorschlag des Parlamentes ist damit nicht nur unrealistisch, sondern auch brandgefährlich für den Industriestandort Deutschland und Europa", erklärt Wolfgang Steiger. „Wir setzen jetzt darauf, dass der Ministerrat eine industriepolitisch verantwortungsvollere Position einnimmt. Statt immer wieder höhere Ziele zu setzen, gilt es, den richtigen Marktrahmen zu schaffen, damit sich die saubersten und effizientesten Technologien durchsetzen. Dies wird jedoch nicht mit Quoten und staatlicher Steuerung gelingen, sondern nur durch Technologieoffenheit und Wettbewerb im Rahmen einer Klimapolitik mit industriepolitischem Augenmaß.“

 

Neben Batterien könnten nach Ansicht des Wirtschaftsrates auch regenerativ erzeugter Wasserstoff in Brennstoffzellen und synthetische Kraftstoffe einen wichtigen Beitrag zur Einsparung von Kohlendioxid im Mobilitätssektor leisten.

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