29. April 2011
Juniorenkreis Sachsen
Wirtschaftsrat diskutiert über „Grüne Wasserstoffwirtschaft“
Angesichts der anhaltenden Energiedebatte über einen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland hat sich der Wirtschaftsrat in Sachsen mit dem Thema „Grüne Wasserstoffwirtschaft“ beschäftigt.

Den Mitgliedern des Landesverbandes Sachsen stellte Karl-Heinz Tetzlaff, Buchautor und Fachexperte mit jahrzehntelanger Erfahrung auf dem Gebiet der Wasserstoffwirtschaft sowie Inhaber mehrerer technischer Patente zur Herstellung von Biowasserstoff, in den Räumen der INTER-FORUM AG ein umfassendes Konzept zur Umstellung der derzeit strombasierten Energiewirtschaft auf die Wasserstoffwirtschaft vor. In diesem Modell wird Wasserstoff klimaneutral aus Biomasse unter Einsatz von sogenannten Steam-Reformern erzeugt und über das Erdgasnetz bzw. Wasserstoffleitungen verteilt.

Tetzlaff sagte, dass mit einem Viertel des Einsatzes der heutigen Primärenergie derselbe Energiekomfort zur Verfügung stehen würde wie heute. Die Gründe dafür seien, dass die zur Herstellung des Biowasserstoffs benötigte Biomasse kostengünstiger als atomare und fossile Energieträger seien. Weiterhin seien die Technologien zur Energieumwandlung preiswerter. Ein weiterer Faktor zur Kostenreduktion ergebe sich daraus, dass das derzeitige Stromnetz nicht mehr benötigt werde, da der Strom in jedem Haushalt mit einer Brennstoffzelle vor Ort erzeugt werden könnte. Dadurch würden sich etwa die Transportkosten von derzeit ca. neun auf 0,7 Cent/kWh verringern und der Endverbraucherpreis von ca. zwölf auf 3,7 Cent/kWh sinken.

Weitere Vorteile einer Wasserstoffwirtschaft bestünden darin, so der Experte, dass das derzeit heiß diskutierte Problem der Energiespeicherung damit gelöst werden könne. Das Wasserstoffnetz könne im Gegensatz zum Stromnetz eine Pufferfunktion übernehmen, um Leistungsschwankungen auszugleichen.

Die Umrüstung des gesamten Stromnetzes auf eine Wasserstoffwirtschaft würde nach Schätzungen Tetzlaffs einmalig rund 40 Milliarden Euro kosten. Diese Summe werde derzeit jährlich in die bestehende Infrastruktur des Energiesektors investiert.

Der Wirtschaftsrat setzt sich für eine verlässliche, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung, eine technologieoffene Forschung sowie für einen breiten Energiemix ein.

 

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