05. Mai 2011
Überdenken von Grundsatzpositionen erforderlich
Wirtschaftsrat diskutiert mit Tankred Schipanski über die Sicherung des Fachkräftebedarfs
Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs ist eine Bildungspolitik vonnöten, die möglichst keinen jungen Menschen ohne Schulabschluss und damit ohne berufliche Perspektive zurücklässt. Dafür ist ein Überdenken von überholten Grundsatzpositionen, die Entschlackung und Vereinheitlichung von Lehrplänen und eine Diskussion über die Wertigkeit der verschiedenen Schulabschlüsse dringend erforderlich und wichtiger als immer wieder neue Förderprogramme und Exzellenzinitiativen. Diese Anregungen konnte Tankred Schipanski, Thüringer CDU-Bundestagsabgeordneter und ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bildung und Forschung, mit nach Berlin nehmen.

Er war einer Einladung des Wirtschaftsrates in Thüringen nach Gotha gefolgt, bei der er mit Arbeitsmarktexperten, Personalleitern und Unternehmern über das Thema „Bildungsrepublik Deutschland – wie können wir unseren Fachkräftebedarf sichern“ diskutierte.

Auch Jugendliche mit sozialen Defiziten dürften nicht aus den Augen verloren werden, mahnte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit in Gotha, Beatrice Ströhl, an. „Das können wir uns gar nicht leisten. Jeder, den wir hier nicht ausbilden, fehlt uns in drei Jahren, wenn ein anderer in Rente geht“,  betonte sie vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Sie forderte die Unternehmen dazu auf, sich auch solche Jugendliche genauer anzuschauen und ihnen eine reelle Chance zu geben. Auch zur Sicherung hochqualifizierter Mitarbeiter müssten vor allem die kleineren Unternehmen viel kreativer und vor allem früher den Kontakt zu Studenten an den Universitäten suchen. Um im Wettbewerb mit den großen Firmen bestehen zu können, sei es immer wichtiger, junge Menschen schon frühzeitig an den eigenen Betrieb zu binden.

Tankred Schipanski stellte Teile der Strategie der CDU zur Fachkräftesicherung vor. Diese sei maßgeblich von drei Säulen getragen: Prinzipiell stehe dabei die Qualifizierung vor der Zuwanderung, was vor allem auf die Weiterbildung einheimischer Fachkräfte ziele. Zum Zweiten solle sich die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte an den tatsächlichen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientieren. Die dritte Säule sei, dass eine Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte geschaffen werden müsse. Dazu gehöre unter anderem die vereinfachte Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, die derzeit umgesetzt werde, aber auch Erleichterungen für ausländische Studierende, so Schipanski.

Zu den Grundsätzen der christdemokratischen Bildungspolitik sagte Schipanski: „Prinzipiell ist der Bund gewillt, künftig eine stärker koordinierende Rolle in der Bildungspolitik zu übernehmen. Die föderalen Strukturen sollen aber bestehen bleiben.“ So gelte es beispielsweise, die vielfältigen Programme zur Berufsorientierung und bei den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaft-Technik) zu bündeln und besser zu koordinieren.

 

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