10. März 2011
Gerhard Stratthaus MdL beim Wirtschaftsrat Böblingen/Sindelfingen/Leonberg
Solide Konsolidierung maroder Staatshaushalte dringend geboten
Der Baustoffhandel des hagebaucentrum Bolay GmbH & Co. KG, in Rutesheim öffnete den Mitgliedern des Wirtschaftsrates die Türen, um ihnen einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Die beiden Geschäftsführer führten höchstpersönlich durch den Betrieb, der seit 1957 besteht und stellten ihre Räumlichkeiten für die Vorträge der beiden Landetagsabgeordneten Sabine Kurtz und Gerhard Stratthaus zur Verfügung.
Foto: Wirtschaftsrat

„Baden-Württemberg steht vor richtungsweisenden Entscheidungen, die erheblich auf die weitere Gestaltung und Zukunft des Landes Einfluss nehmen werden“, sagte Sabine Kurtz MdL, Abgeordnete des Wahlkreises Leonberg–Herrenberg-Weil der Stadt und Stv. Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Jugend und Sport sowie Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landtags Baden-Württembergs zur Begrüßung der Mitglieder und Gäste. „Baden-Württemberg habe die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europas“, sagte sie und zeigte sich überzeugt, dass das Land dringend am dreigliedrigen Schulsystem mit seiner Durchlässigkeit und seinen Anschluss- und Aufstiegschancen festhalten müsse. „Unser Land muss vor allem in den Bereichen Bildung und Wissenschaft, Innovation und Ehrenamt weiter ganz vorn dran sein“, sagte die Abgeordnete. Baden-Württemberg habe die besten Voraussetzungen dazu, als die Grundlagen einer soliden Haushaltspolitik gelegt seien.

Foto: Wirtschaftsrat

Dies war das Stichwort für Gerhard Stratthaus MdL, Mitglied im Leitungsausschuss des Finanzmarktstabilisierungsfonds und Finanzminister des Landes Baden-Württemberg a.D. Unter dem Motto „Ist die Krise schon vorbei – was wird aus unserem Geld?“ stellte er detailliert dar, wie es zu der Reihenfolge der Krisen in den letzten Jahren kommen konnte: zur Immobilienkrise, zur Bankenkrise, zur Finanz- und Finanzmarktkrise und dann zur die Staatenkrise. Tatsache sei eine absolute Überschuldung der Welt an sich. Insbesondere die USA hätten sowohl im öffentlichen, als auch im privaten Bereich deutlich über ihre Verhältnisse gelebt. Dies haben einen Vertrauensverlust ausgelöst, der durch umfangreiche und kostspielige Maßnahmen gestoppt werden musste.

Foto: Wirtschaftsrat

Die Finanzmärkte seien mittlerweile stabilisiert worden, was einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich gebracht habe, sagte Stratthaus. Problematisch jedoch seien nach wie vor die hohen Schuldenlasten einzelner Länder. Eine solide Konsolidierung der maroden Staatshaushalte sei dringend geboten. Eine Forderung, für die sich der Wirtschaftsrat etwa mit seinem Eintritt für die Aufnahme der Schuldenbremse in der Verfassung vehement eingesetzt hat und dies auch weiterhin tun wird.

Für Stratthaus gehören die beiden wichtigsten Faktoren „Freiheit“ und „Ordnung“ unzertrennlich zusammen. Eine freie Wirtschaft bedürfe jedoch eines geregelten Ordnungsrahmens. „Freie Wirtschaft braucht einen starken Staat“, zitierte der frühere Finanzminister Baden-Württembergs Ludwig Erhard. Die Soziale Marktwirtschaft werde in Zukunft umso mehr gebraucht.