30. November 2016
Wirtschaftsrat: Arbeit 4.0 erfordert mehr Tempo von der Politik
Wolfgang Steiger: Deutschland braucht eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten jetzt!

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. kritisiert das Weißbuch von Bundesministerin Nahles zur Zukunft der Arbeit als halbherzig und mutlos. „Die Industrie 4.0 bricht sich in atemberaubender Geschwindigkeit Bahn. Damit muss die Politik Schritt halten. Die Grundlagen für Arbeit 4.0 müssen wir jetzt schaffen, und zwar für alle Betriebe – auch solche ohne Tarifbindung“, erklärt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates.

„Der wirtschaftliche Strukturwandel wartet ganz sicherlich nicht, bis wir bei Experimenten in einzelnen Betrieben Erfahrungen gesammelt haben. Diese müssten erst wissenschaftlich ausgewertet werden, um dann schließlich irgendwann in ein neues Arbeitszeitgesetz einzufließen. Ebenso wenig macht Industrie 4.0 an den Werkstoren von Betrieben halt, die nicht tarifgebunden sind. Damit Deutschlands Unternehmen und Beschäftigte die Chancen von Industrie 4.0 nutzen können, brauchen wir sofort eine wirkungsvolle Flexibilisierung der Arbeitszeit für alle“, so Wolfgang Steiger weiter.

Das Thema sei viel zu wichtig, um einmal mehr den Gewerkschaften einen Vorteil bei der Mitgliedergewinnung zu verschaffen, indem nun nach Zeitarbeit, Betriebsrente und Entgeltgleichheit abermals Vorteile exklusiv für Tarifgebundene gelten sollen. Zum deutschen Erfolgsmodell der Tarifautonomie gehöre auch die negative Koalitionsfreiheit: „Keinesfalls darf der Gesetzgeber Betriebe mit ihren Beschäftigten diskriminieren, wenn die sich freiwillig für individuelle oder betriebliche Lösungen entscheiden“, mahnt Wolfgang Steiger.

Ebenso falsch sei der Ansatz des Weißbuches, auf die erforderliche erhöhte Flexibilität mit einer Aufblähung der Arbeitsverwaltung zu antworten. „Die Bilanz aktiver Arbeitsmarktpolitik fällt rabenschwarz aus. Statt hierfür das Geld der hart arbeitenden Bürger unseres Landes zu verschwenden, sollte lieber die extrem hohe deutsche Steuern- und Abgabenlast gesenkt werden. Damit ist unserer Wirtschaftskraft und den Beschäftigten mit Sicherheit mehr gedient. Für neue Herausforderungen brauchen wir neue Antworten. Wegen Arbeit 4.0 vor allem Zuflucht bei Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung zu suchen, ist sicher der falsche Weg.“

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