04. Februar 2015
Wirtschaftsmetropole Hamburg - Perspektiven vor der Wahl
Junger Wirtschaftsrat lädt zur Podiumsdiskussion mit Bürgerschaftskandidaten ein
Am 15. Februar 2015 steht die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft an. Mehr als 1,2 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen zu entscheiden, welche Volksvertreter ins Parlament einziehen und die Geschicke der Hansestadt in den nächsten fünf Jahren lenken werden. Der Junge Wirtschaftsrat Hamburg lud vier junge Bürgerschaftskandidaten ein, um über die künftige Wirtschaftspolitik der Stadt zu diskutieren.
v.l.n.r.: Michael Kruse; Hauke Wagner; Hauke Harders; Sören Niehaus; Anjes Tjarks MdHB (Foto: Wirtschaftsrat)

Auf dem Podium begrüßte der Landesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrats Hamburg, Tim Albrecht, folgende Gäste: Michael Kruse (FDP), Sören Niehaus (CDU), Anjes Tjarks MdHB (Grüne) und Hauke Wagner (SPD). Hauke Harders, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrats Hamburg, moderierte die Diskussionsrunde.

 

Michael Kruse nannte den Ausbau der Hamburger Start-up-Szene, die Wahrung der klassischen Wirtschaftsbereiche im Hafen und die Stärkung des Wissenschaftsstandorts Hamburg als wichtigste Punkte, die es in den nächsten Jahren in den Griff zu bekommen gelte. „Die schlampige Planung der Elbvertiefung hat jeder mitbekommen. Das ist etwas, das aus unserer Sicht überhaupt nicht passieren darf, wenn eine wirtschaftspolitische Maßnahme so bedeutend ist für Hamburg, wie eben die Fahrrinnenanpassung“, sagte Kruse. Der Hafen sei weiterhin das Herz dieser Stadt und werde auch auf Jahrzehnte der Jobmotor der Stadt bleiben. Im Bereich Wissenschaft sei Hamburg ins Mittelmaß abgesunken. Die SPD habe es in den letzten vier Jahren gerade einmal geschafft, den Wegfall der Studiengebühren zu kompensieren. „Aus unserer Sicht müsste  viel mehr Geld in die Hochschulen“, so der FDP-Politiker weiter.


Ebenso räumte Hauke Wagner dem Thema Hafen und Elbvertiefung sehr hohe Priorität ein, weil viele Arbeitsplätze direkt vom Hafen abhingen und in der Folge auch viele angeschlossene Unternehmen. Es sei wichtig die Elbe zu vertiefen, um den Standort weiter auszubauen. Daneben sei auch das Thema Digitale Wirtschaft und all das wichtig, „was Hamburg rund um die Start-up-Gründerszene nach vorne bringen kann“, sagte Wagner. Anders als sein FDP-Kollege beurteilte er die gegenwärtige Situation für junge Unternehmensgründer aber weniger kritisch. „Ich glaube, dass wir da auf einem relativ guten Weg sind und das natürlich noch verbessern können“, so der SPD-Kandidat und verwies unter anderem auf das betahaus Hamburg. Man brauche Orte, wo Wagniskapitalgeber auf Gründer treffen. Es gehe vor allem um Netzwerk und eine „Mund-zu-Mund-Standortkampagne“, die möglichst viele Leute anlocke und die am Ende eine Gründerszene ausmachten.

 

 

v.l.n.r.: Sören Niehaus; Anjes Tjarks MdBH (Foto: Wirtschaftsrat)

Auch CDU-Kandidat Sören Niehaus erklärte die Elbvertiefung und den Themenkomplex Hochschule, Wissenschaft und Forschung zu zentralen Anliegen in der nächsten Legislaturperiode. Olaf Scholz habe seinerzeit gesagt, wenn ihr mich wählt, bekommt ihr die Elbvertiefung sehr schnell. „Wir wissen alle, bis heute ist sie nicht da. Da muss man natürlich fragen, inwieweit wurde das Versprechen eingehalten oder nicht“, merkte Niehaus kritisch an. Die Fahrrinnenanpassung sei auch in den nächsten Jahren einer der ganz zentralen Punkte, weil der Hafen für den Wohlstand der Stadt unglaublich wichtig sei. Mit Blick auf den Hochschulbereich bemängelte der Unionspolitiker, dass viel mehr als die Kompensation der weggefallenen Studiengebühren nicht geschafft worden sei. Der Haushalt für die Hochschulen wachse lediglich um 0,88 Prozent, was nicht einmal ein Inflationsausgleich sei. Zudem sei eine engere Vernetzung von Hochschulen mit der Wirtschaft ganz wichtig. Ganz oben auf die Agenda gehört für Niehaus auch die Bewerbung um die Olympischen Spiele.

 

Nach Meinung von Anjes Tjarks gilt es in den nächsten Jahren vor allem die Themen innerstädtische Luftqualität und Verkehr sowie den Ausbau des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Hamburg anzugehen. Bezogen auf die Qualität der Hamburger Atemluft bemängelte der Grünen-Politiker, dass die Stadt die Europäischen Reinheitsrichtlinien mehrfach gerissen habe: „Der Senat ist dafür verurteilt worden und hat nichts Besseres zu tun, als in Berufung zu gehen, ohne sich die Urteilsbegründung anzuhören. Da kann man aus meiner Sicht eine ganze Menge machen“, sagte Tjarks. Zentral für die Zukunftsfähigkeit Hamburgs sei das Thema des Wissenschafts- und Forschungsstandorts. Der Senat gehe es momentan nicht so an, wie er es machen müsse. Die Universität Hamburg sei aus Sicht der Grünen zweifellos besser als häufig verleumdet. Sie sei aber schlechter als sie sein müsste, um für eine Stadt wie Hamburg, die eigentlich als Metropole Nordeuropas gelten könne, Wissenschaft, Forschung, Technologietransfer und Innovation zu produzieren.

v.l.n.r.: Michael Kruse; Hauke Wagner; Hauke Harders (Foto: Wirtschaftsrat)
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Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
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