22. September 2015
Wirtschaftsdialog mit der Bundesregierung
Gut leben in Deutschland - was uns wichtig ist
Die Bundesregierung möchte mit den Menschen in Deutschland einen Dialog über ihr Verständnis von Lebensqualität führen. Sie tauscht sich hierzu mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt aus, um sich künftig noch konkreter an dem zu orientieren, was den Menschen in Deutschland wichtig ist.
Anlass genug, für den Landesverband Sachsen des Wirtschaftsrates, eine entsprechende Veranstaltung durchzuführen, um auch den Belangen der sächsischen Unternehmerschaft zum Thema „gut leben in Deutschland“ Gehör zu verschaffen.
2.v.r.: Cordula Nowotny bei der Moderation (Foto: Ronald Boss)

Ein breiteres Verständnis von Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität hat sich in den letzten Jahrzehnten konkreter herausgebildet. So veröffentlichte der Club of Rome im Jahr 1972 den Bericht "Die Grenzen des Wachstums", wodurch auf der ganzen Welt verstärkt Fragen der ökologischen Tragbarkeit und des effektiven Ressourceneinsatzes thematisiert wurden.

Seitdem nimmt die politische und wissenschaftliche Diskussion über die Neuvermessung von Wohlstand und Lebensqualität stetig zu – in Deutschland und international. Die Vereinten Nationen nehmen mit ihrem regelmäßig veröffentlichten Human Development Index das Thema Lebensqualität ebenso in den Blick wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Diese ermöglicht mit dem Better-Life-Index den Vergleich von gesellschaftlichem Wohlergehen in mehr als 30 Ländern.


Die Bundesregierung möchte mit den Menschen in Deutschland einen Dialog über ihr Verständnis von Lebensqualität führen. Sie tauscht sich hierzu mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt aus, um sich künftig noch konkreter an dem zu orientieren, was den Menschen in Deutschland wichtig ist. Zahlreiche Sozialverbände haben Dialogveranstaltungen durchgeführt. Nur 8 von ca. 200 Veranstaltungen dieses Formates waren dabei wirtschaftsorientiert. Ab Oktober 2015 werden die Ergebnisse der Veranstaltungen wissenschaftlich ausgewertet und anschließend in ein Indikatorensystem eingearbeitet. Die Bundesregierung wird im Ergebnis der Veranstaltungen einen Maßnahmenplan erarbeiten, der ab dem 3 Quartal 2016 dann zur Umsetzung kommen soll.
 
Anlass genug, für den Landesverband Sachsen des Wirtschaftsrates, eine entsprechende Veranstaltung durchzuführen, um auch den Belangen der sächsischen Unternehmerschaft zum Thema „gut leben in Deutschland“ Gehör zu verschaffen.

So trafen sich am 22.09.2015 zahlreiche Mitglieder des Wirtschaftsrates im Hotel Pullman Newa in Dresden, um, moderiert durch die seitens der Bundesregierung beauftragte Kommunikationsagentur, einen arbeitsreichen Abend zu verbringen. Als beobachtende Gäste konnten an diesem Abend Peggy Liebscher vom Stab Politische Planung, Grundsatzfragen und Sonderaufgaben des Bundeskanzleramtes sowie Cornelia Müller, BKM - Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, begrüßt werden.

Ausgehend von der einleitenden Fragestellung, „Was macht für mich persönlich gutes Leben in Deutschland aus?“, wurden anschließend aufgrund der Vielzahl der Themen diese zusammengefasst  und in Arbeitsgruppen priorisiert, um im Anschluss mit möglichst konkreten Aussagen ein Ergebnis zu präsentieren, dass in die wissenschaftliche Auswertung Einzug hält.

Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen reichen von den Forderungen nach einem schlankeren Staat mit transparenteren Entscheidungen, einem überschaubaren Steuersystem, über symbiotisch vertrauensvolles Miteinander zwischen Staat und Wirtschaft, mit langfristig verlässlichen und damit investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen, eine Innovationskultur, die Forschung auch zu Wertschöpfung und damit Wohlstand werden lässt, die Hinterfragung des föderalen Bildungssystems über konkrete Infrastrukturthemen des sächsischen Teils des Bundesverkehrswegeplans bis zu Themen der Digitalisierung und des Datenschutzes. All diese Themen wurden im Detail konkretisiert.

Am Ende des Abends fasste die Landesvorsitzende, Simone Hartmann die Ergebnisse zusammen. „Gern haben wir die Chance aufgegriffen, die Anliegen des sächsischen Mittelstandes der Bundesregierung direkt vorzutragen. „, so Simone Hartmann. „In enger Verbindung zur Politik unterbreiten wir so Vorschläge aus unternehmerischer Erfahrung, weil uns zutiefst daran gelegen ist, unser Land über die eigenen Unternehmen hinaus innovativ mitzugestalten. Der Bürgerdialog der Bundesregierung bot hierzu einen interessanten Rahmen, die Wirtschaftsperspektive widerzuspiegeln.
In der Diskussion haben wir essentielle Ziele und Kernbotschaften herausgearbeitet, die für eine starke mittelständische Wirtschaft in Sachsen und ihre Wettbewerbsfähigkeit hochrelevant sind und erwarten nunmehr, dass unsere Positionen in den Ergebnisbericht und optimaler Weise in strategische Handlungsentscheidungen der Bundesregierung einfließen. Diese Möglichkeit auf Mitwirkung beflügelt wiederum Aktivität und Kreativität.“

v.l.n.r.: Simone Hartmann, Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Sachsen; Peggy Liebscher, Stab Politische Planung, Grundsatzfragen und Sonderaufgaben im Bundeskanzleramt (Foto: Ronald Boss))
3.v.l.: Cornelia Müller, BKM Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (Foto: Ronald Boss)