21. November 2016
"Wir sehen zu, wie die Jugend in eine politische Ohnmacht verfällt"
Christine Neumann MdL und Wolfang Gründinger über Generationengerechtigkeit und die Frage ob die Alten den Jungen die Zukunft verbauen
Ist Sprecher der Stiftung für die Rechten zukünftiger Generationen, Befürworter des Kinderwahlrechts und sagt trotzdem: "Politik gegen die Alten ist nicht möglich". Wolfgang Gründinger in der Sektion Reutlingen/Tübingen (Foto: Wirtschaftsrat)

„Liebe ehemalige Jugendliche, liebe zukünftige Rentner“ bereits mit der Begrüßung positionierte sich Wolfgang Gründinger. Der Demokratieforscher, Publizist und selbsternannte Zukunftslobbyist las aus seinem Buch „Alte Säcke Politik“ und diskutierte seine Positionen anschließend mit den rund 30 anwesenden Unternehmer/innen.

 

Christine Neumann ist mit 30 Jahren die jüngste Abgeordnete im baden-württembergischen Landtag. Damit vertrete sie zwar die Jungen, fühle sich aber als Ansprechpartner für alle Generationen. Neumann betonte: „Wir Jungen müssen immer eine Spur mehr leisten, mehr Gas geben um ernst genommen zu werden“ und gab zu, dass das nicht immer leicht sei. Dennoch, man habe bereits einiges erreicht und könne stolz sein, stelle die CDU doch die jüngste Landtagsfraktion in der aktuellen Wahlperiode.

Diskussion mit den anwesenden Unternehmer_innen: Generationen, Herausforderungen und Perspektiven (Foto: Wirtschaftsrat)

Wenn es um Zukunftsentscheidungen der jungen Generation geht, müssten auch junge Menschen als Entscheider mit am Tisch sitzen. Das fordert Gründinger und setzt sich neben einer Jugend-Quote auch für das Kinderwahlrecht ein. Das sei nicht immer einfach, so Gründinger. Stelle sich doch die Frage, ob wir in Deutschland zu wenig Junge oder zu viele Alte hätten.

 

Gründinger tendiert zu Letzterem und das nicht ohne Grund. Deutschland ist das zweitälteste Land der Welt. Das Median-Alter der Bevölkerung liegt bei 46,3 Jahren. Gerade deshalb sei es nicht leicht die Interessen der Jungen konsequent zu vertreten und durchzusetzen: „Politik gegen die Alten funktioniert nicht – es sind schlicht zu viele“, so Gründinger.

v.l.n.r.: Sektionssprecher Torsten Lehmkühler, Wolfgang Gründinger, Christine Neumann MdL und Viola Mahrenbach, Landesvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates (Foto: Wirtschaftsrat)

In einem Punkt waren sich beide Redner einig. Die junge Generation ist gefordert, muss sich mehr für die eigene Zukunft einsetzen. „Es war schon immer so und bleibt auch immer so funktioniert nicht mehr“, attestierte Neumann, die auch dafür warb, Schüler mehr mit der Politik in Kontakt zu bringen und Ihnen aufzuzeigen, welche Gestaltungsmöglichkeiten es gibt.