28. Oktober 2016
"Wir schaffen das! - Oder doch nicht?"
Dr. Kristina Schröder MdB über den neuen Kurs der Union und warum die FDP im Bundestag vermisst wird
Die gebürtige Wiesbadenerin Dr. Kristina Schröder MdB und Staatsministerin a.D. gab beim Businesslunch des Wirtschaftsrates im Kurhaus Wiesbaden den Mitgliedern der Sektion einen Einblick in die Arbeit des deutschen Bundestags. Dabei spielte neben CETA und TTIP die Frage nach der Verantwortung der Unternehmen in der Sozialpolitik eine bedeutende Rolle.
Dr. Kristina Schröder MdB mit den Mitgliedern der Sektion Wiesbaden beim Business Lunch (Foto: Wirtschaftsrat)

Wenn Themen die bundes- und europaweite Debatte derzeit dominieren, dann sind es die Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA. „Diese Abkommen sind die historisch letzte Chance, Standards festzulegen“, verdeutlichte Dr. Kristina Schröder MdB, Familienministerin a.D. „Sollte die EU nicht mitziehen, so ist die Gefahr groß, dass beispielsweise China und die USA überein kommen und deutliche Wettbewerbsvorteile erlangen.“ Weiter kritisiert MdB Schröder eine aufkommende Stimmung in Europa, die immer wachstumskritischer werde. Wachstum sei sowohl mit Anstieg der Lebensqualität als auch mit der Güte der Bildung und Reduzierung der Armut verbunden. Dennoch sei es sehr schwer, die Kritiker zu überzeugen. „Das ist sehr schade, die Abkommen haben für Deutschland viele Vorteile.“ Die Unternehmen profitierten einerseits, anderseits könnte das einstige Technologie-Land Deutschland beweisen, dass es technologisch längst nicht zu den alten Eisen zähle. Ein großer Wunsch Schröders ist, dass die Unternehmen ihre politischen Interessen wieder klar vertreten.

 

Auch in der Familienpolitik äußerte Dr. Kristina Schröder große Bedenken: „Zwei Sachen machen uns momentan das Leben schwer: So hat zum einen bei der CDU eine neue Orientierung nach links Richtung Mitte stattgefunden, zum anderen ist die FDP nicht mehr im Bundestag vertreten“. So seien der Mindestlohn, aber auch die Mietpreisbremse „sozialistische Konstrukte“ und durch die Abwesenheit der Freien Demokratischen Partei seien die Bundestagsdebatten „gespenstisch“, da jegliche Kritik nur von links komme. „Schwarz-Gelb ist dem eindeutig vorzuziehen“, so die Bundestagsabgeordnete weiter. Daraus resultierten beispielsweise Entwürfe wie der Lohnausgleich zwischen den Geschlechtern. Zwar stimme es, dass Frauen im Schnitt 22 Prozent weniger verdienen, Schuld sei aber keineswegs gewollte Diskriminierung, sondern die freie Berufswahl. „Auf der einen Seite steht der Biotechniker, auf der anderen Seite die Germanistin. Hinzu kommt, dass Männer deutlich mehr Überstunden machen und viele Frauen sich bewusst für die Familie entscheiden. Sie ziehen ein Teilzeit-Modell vor, um für ihre Kinder da sein zu können“. Die ehemalige Familienministerin findet deutliche Worte: „Gerade für Unternehmer ist der Lohnausgleich ein hammerhartes Urteil, da es immer Arbeitnehmer geben wird, die unter dem Schnitt liegen und sich beschweren“, so Schröder weiter.

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