17. Juni 2011
Wie man Kontakte aus dem Netz fischt
Dr. Stefan Groß-Selbeck, Xing AG, zu Gast beim POLITISCHEN FRÜHSTÜCK

Da wo die Augen hinwandern, wandern auch die Budgets hin. In den letzten Jahren ist die Bedeutung sozialer Netzwerke im Marketing kontinuierlich gestiegen. Beobachter rechnen damit, dass weltweit die Werbeinvestitionen ins Internet 2013 erstmals die der Zeitungen übersteigen werden (ZenithOptimedia).

(Dirk Ulrich Naumann zu Grünberg begrüßt Dr. Stefan Groß-Selbeck)

 

Einen großen Nachholbedarf haben nach einer GfK-Studie kleine und mittelständische Unternehmen. Sie setzen eher auf konventionelle Werbemittel wie den Eintrag ins Branchenbuch oder eine Anzeige in der lokalen Tageszeitung. Lediglich sieben Prozent der Befragten nutzen soziale Netzwerke - das könnte ein Fehler sein, denn: die Verbraucher sind hauptsächlich im Internet auf der Suche nach Kontaktdaten und Informationen von Firmen und Dienstleistern. 44 Prozent der rund 1,3 Mrd. Suchanfragen jährlich finden heute im Web statt.

Auch die Zeit, die Menschen in sozialen Netzwerken verbringen, nimmt weiter zu. Für den Mittelstand stellt sich damit die dringende Herausforderung, sich mit dem Medium, in dem sich Kunden und Mitarbeiter bewegen, zu beschäftigen. Dabei spielt nicht nur die Vermarktung eine Rolle. Auch beim Recruiting lassen sich soziale Netzwerke wirkungsvoll einsetzen, wie Dr. Stefan Groß-Selbeck den rund 90 Unternehmerinnen und Unternehmern beim POLITISCHEN FRÜHSTÜCK im Hotel Steigenberger berichtete. Den Fachkräftemangel bekommt das 2003 in Hamburg gegründete Unternehmen schon jetzt zu spüren, so der Vorsitzende des Vorstandes der XING AG. Vor allem im technischen Bereich könnten Stellen nicht besetzt werden. Die Zeiten, in denen Bewerbungen geschrieben würden, seien vorbei. Gute Leute erwarteten von den Unternehmen ein aktives Recruitiung. Da sich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Recruiting-Markt entscheide, müssten diese rechtzeitig eine eigene Marke aufbauen. Der Fachkräftemangel im Wachstumsmarkt IT ist sicherlich auch auf die in Deutschland fehlenden Cluster in der Digitalbranche zurückzuführen. Ganz anders in den USA, wo IT-Unternehmen im Silicon Valley sowohl herausragende Universitäten, Venture Captial als auch einen Pool hochqualifizierter Talente vorfänden.