07. Juni 2017
Wie kann sich der Mittelstand gegen Spionage-Angriffe wehren?
Wirtschaftsschutz-Experte des Landesamtes für Verfassungsschutz, Herr Dr. Kai-Holmger Kretschmer, zu Gast bei der Sektion Bautzen.
Sachsens Wirtschaft ist erfolgreicher denn je. Dies weckt auch im Ausland Begehrlichkeiten und das Spionagerisiko steigt. Die zunehmende Digitalisierung macht Rechnersysteme sächsischer Unternehmen immer verletzlicher. Die dadurch drohenden Schäden sind immens, wenn man keine Vor- bzw. Nachsorge betreibt. Die Unternehmensgröße spielt dabei keine Rolle. Generell gilt: Kein Unternehmen ist zu klein, um nicht Ziel entsprechender Angriffe zu werden.
(Foto: Wirtschaftsrat)

Die Sektionssprecherin, Frau Ellen Zöllner, hatte die Gelegenheit, den Spionageexperten und Wirtschaftsschützer des Landesamtes für Verfassungsschutz, Herrn Dr. Kretschmer, in einem exklusiven Kreis unserer Unternehmerschaft zu begrüßen.

Herr Dr. Kretschmer gab äußerst interessante Informationen hinsichtlich der Spionagelage im Freistaat Sachsen, die aus unterschiedlichen Richtungen (Geheimdienste, Konkurrenz, organisierte Kriminalität) erwächst. Die Gefährdungslage bezüglich Spionage (hier verstanden als "Diebstahl von Informationen") ist in Sachsen tendenziell als hoch einzustufen. Auf die Herkunftsstaaten der Attacken bezogen, lässt sich festhalten, dass hier China vor Russland rangiert. Aber auch die Spionagefälle westlicher Herkunft nehmen mehr und mehr zu. Oft gehen die Know-How-Spione aber einen Umweg über Zulieferer oder Kunden, um Zugang zum Rechnersystem des Spionage-Ziels zu finden.

 

Festzuhalten ist jedoch, dass sich die eigene Verhandlungsposition mit zunehmender und nicht frei gegebener Information der Konkurrenz gegenüber verschlechtert, was mit enormen Kosten verbunden sein kann. Wie man sich sinnvoll vor den Attacken aus dem Internet, über E-Mail-Anhänge, über "undichte Stellen" schützen, an wen man sich im Fall eines Angriffs wenden und wie man Angriffen vorbeugen kann, das alles hat Herr Dr. Kretschmer dem Publikum anschaulich anhand von Beispielen und vielen nützlichen Hinweisen vermittelt. Dafür möchten wir Herrn Dr. Kretschmer ausdrücklich danken.