16. August 2013
Was die Familienunternehmen nach der Wahl erwarten
Landesverband im Zusammenwirken mit dem UV Kiel im Kieler Kaufmann

v.l. Dr. Philipp Murmann MdB; Ulrich Jacobi (UV Kiel e.V.) sowie Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes (Vorstand Stiftung Familienunternehmen)

Die Opposition plant zur Bundestagswahl unter dem Deckmantel der Umverteilung massive Steuererhöhungen. So sind unter anderem die Verdoppelung der Erbschaftsteuer, eine höhere Abgeltungsteuer auf Zinserträge, die Anhebung der Umsatzsteuer, die Erhöhung der Körperschaftsteuer, die Wiedereinführung der Vermögensteuer, die Neuerhebung einer Vermögensabgabe sowie die Ausweitung der Gewerbesteuer geplant. Prof. Dr. Dr. Brun-Hagen Hennerkes, Gründer und Vorsitzender der Stiftung Familienunternehmen skizzierte dazu die Erwartungen aus Sicht der deutschen Familienunternehmen.

 

Dazu unterteilte Hennerkes Familienunternehmen in drei Gruppen: Handwerksbetriebe, regionale Unternehmungen und die sogenannte Königsklasse von global tätigen Unternehmen. Den Ursprung der Forderungen machte Hennerkes in den starken linken Flügeln der Oppositionsparteien aus. Nicht die Worte des Kanzlerkandidaten, sondern deren Versprechungen von Steuererhöhungen auf Kreis- und Kommunalebene würden die Parteilinie entscheidend prägen. Dabei würden in Deutschland laut einer Studie der ZEW in Mannheim Vermögen durch Erbschafts- und Schenkungssteuer im internationalen Vergleich schon überdurchschnittlich besteuert.

 

Weitere Erhöhungen würden zudem dem europaweiten Trend zuwiderlaufen. Hennerkes rechnete vor, daß die Steuerbelastung nach den Steuerplänen der SPD bei einem Kapital von 100 Millionen, das zu einem Prozent verzinst wird, sich auf rund 240 Prozent des Ertrages addiere. Nach den Plänen der Grünen würde die Steuerlast den Ertrag sogar um ein Vierfaches übersteigen. Folge der Steuererhöhungen seien massive Substanzverluste innerhalb der Unternehmen. Dazu merkte Konrad Butschek, Gutsverwaltung Gayen, besorgt an: „Meine Branche erwirtschaftet 2 Prozent bis 3 Prozent Ertrag, wie soll ich nach den verwirklichten Steuerplänen meine Familie ernähren?“.

 

Hennerkes forderte zudem Ehrlichkeit bei den von der Opposition angeführten Rechtfertigungen des geplanten Steuerprogramms ein, die wissenschaftlich zu widerlegen seien. Das suggerierte Auseinanderdriften der Bevölkerung entspräche nicht der Datenlage, und die Einkommensschere schließe sich in Wahrheit seit einigen Jahren. Zudem würden die Löhne aktuell steigen, trotz stagnierender Gewinne. Ebenso widerlegbar sei die von den Oppositionsparteien geschürte Angst kollabierender Sozialsysteme.

 

Nachdem Dr. Philipp Murmann als Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates bei der Begrüßung die Bedeutung der steuerlichen Regelungen für die Investitions- und Innovationsfähigkeit von Familienunternehmen hervorhob, wies Ulrich Jacobi als Vorsitzender des Unternehmensverband Kiel bei seiner Verabschiedung darauf hin, daß Schleswig-Holstein als mittelständisch geprägte Region besonders von den Plänen betroffen sei. Der Wirtschaftsrat wird zu diesem Thema vor der Bundestagswahl eine Reihe von Veranstaltungen mit den Bundestagskandidaten von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN durchführen. Jan-Frederik Zapp