15. Mai 2014
Visionen zur Landesentwicklung in Sachsen
Staatsminister Markus Ulbig diskutierte mit Unternehmern im Wirtschaftsrat das Thema "Visionen zur Landesentwicklung".
Markus Ulbig, Staatsminister, Sächsisches Staatsministerium des Innern (Foto: Wirtschaftsrat)

Weltoffenheit und politische Kontinuität als sächsische Markenzeichen stellte Staatsminister Markus Ulbig in seinem Vortag unter der Überschrift „Moderne Städte und Regionen in Sachsen - Strategie im Standortwettbewerb“ besonders heraus. Das Wachstum der Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz und die Wanderungsbewegung vom Land in die Stadt seien keine Widersprüche, sondern synergetisch im sich verändernden Sachsen zu betrachten, so Markus Ulbig.


Um die sächsische Wirtschaftskraft und damit den Wohlstand in Sachsen weiter auszubauen, sind die Herausforderungen im ländlichen Raum kreativ zu lösen. Hier fordert die Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates, Simone Hartmann, insbesondere sachsenweit den Breitbandausbau zu forcieren. Das Wohnen im ländlichen Raum wird damit attraktiver gestaltet. Der industrielle Mittelstand braucht optimale Standortbedingungen in den ländlichen Regionen wo er insbesondere angesiedelt ist.


Eine besondere Herausforderung für ländliche Regionen sowie die Städte ist der demographische Wandel. In der Fläche müsse unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Rahmen des Landesentwicklungsplans entschieden werden, was wir uns leisten können und wollen, so Minister Ulbig. Hier sind im ländlichen Raum kreative Lösungen gefordert, wohingegen in städtischen Regionen besonders das Thema barrierefreies Wohnen an Bedeutung gewinnt. Mit Blick auf die sächsische Mietbelastungsquote von durchschnittlich 20,5% Prozent (Bund 22,5 Prozent) ist die Attraktivität Sachsens durch zu hohe Mieten bisher nicht in Gefahr. Gegen innerstädtische Mietpreisexplosionen helfe massiver Neubau in und um die Ballungszentren. Eine Mietpreisbremse sei hier nicht die Lösung, stellt Minister Ulbig heraus.


Johannes Eikerling, Geschäftsführer der PSG Planungs- und Sanierungsträgergesellschaft mbH Dresden-Pieschen, erläuterte den Unternehmern die planerischen Gesichtspunkte „Stadtentwicklung und Architektur aus ökologischer und energetischer Sicht“.

v.l.n.r.: Jörg Mühlberg, Direktor Infrastruktur und Städtebau, SAB Sächsische Aufbaubank -Förderbank-; Dr. Thomas Luckner, Geschäftsführer, GIP Grundwasser-Ingenieurbau-Planung GmbH Dresden; Markus Ulbig, Staatsminister, Sächsisches Staatsministerium des Innern; Simone Hartmann, Landesvorsitzende, Wirtschaftsrat Deutschland - Landesverband Sachsen; Dr. Uli Uhlig, Geschäftsführer, GIP Grundwasser-Ingenieurbau-Planung GmbH Dresden; Johannes Eikerling, Geschäftsführer, PSG Planungs- und Sanierungsgesellschaft mbH Dresden-Pieschen (Foto: Wirtschaftsrat)

Für die Wirtschaft wird bei geplanten Investitionen der präventive Wasserbau immer wichtiger. Dr. Thomas Luckner, Geschäftsführer der GIP Grundwasser-Ingenieurbau-Planung GmbH Dresden im GRUNDWASSER-ZENTRUM DRESDEN, sensibilisierte die interessierten Anwesenden sich auf wiederkehrende Hochwasserereignisse sowie Überflutungen aufgrund von Starkregen einzustellen und Vorsorgemaßahmen zu treffen.


Die durch die Landesvorsitzende, Simone Hartmann, moderierte Podiumsdiskussion erweiterte Jörg Mühlberg, Direktor Infrastruktur und Städtebau der SAB Sächsische Aufbaubank -Förderbank- um Fragen der Finanzierung.


Für den Wirtschaftsrat forderte die Landesvorsitzende mehr Professionalität in der kommunalen Verwaltung. Die Planungen für öffentliche Bauvorhaben starteten regelmäßig zu spät im Jahr, so dass mit der eigentlichen Umsetzung erst zum Sommer begonnen würde. Für Baubetriebe, Handwerk oder Dienstleistungsunternehmen verdichtete sich die Bauphase zum Jahresende, zumal die Finanzmittel nicht in jedem Fall in das folgende Jahr übertragbar seien. „Aufgrund der gestiegenen qualitativen Anforderungen an das Personal in den Kommunen ist eine weitere Zusammenlegung insbesondere kleinerer Gemeinden zu größeren Verwaltungsgemeinschaften nötig“, forderte Simone Hartmann.

 

„Der Schutz vor Überflutungen durch Starkregen muss darüber hinaus stärker in den Fokus rücken und insbesondere die Agrargenossenschaften, von deren Feldern die größten Wassermassen abfließen, sind einzubinden“, so Hartmann.