13. Juni 2017
Use your Potential!
Warum deutsche Unternehmen Flüchtlinge brauchen!
Die Debatte um den Bedarf an Fachkräften zirkuliert immer wieder um die Frage der Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt. Doch vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen tatsächlich? Wie lassen sich Probleme lösen und Chancen ergreifen, ohne an bürokratischen Hürden zu scheitern? Fragen, die die Landesfachkommission Familienunternehmen und Mittelstand des Wirtschaftsrates Hessen beantworten wollte. Gemeinsam mit Karl Rathgeb, Geschäftsführer der Accenture GmbH, und dem Geschäftsführer der Gesellschaft für das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm, Conrad Skerutsch, diskutierten die Mitglieder das Thema „Chancen der Integration Geflüchteter in deutsche Unternehmen“.
Karl Rathgeb von der Accenture GmbH zeigte Potentiale für den Arbeitsmarkt auf (Foto: Wirtschaftsrat)

Zwei Meinungen gibt es zur Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt: Die Befürworter, die eine Chance zur Überwindung des Fachkräftemangels erkennen, und die Skeptiker, die an Ausbildungsniceau und Mentalität zweifeln und eine zu große Herausforderung in der Sprachbarriere sehen. Karl Rathgeb von der Accenture GmbH kontert: „Sprache, Mentalität oder Kultur stellen keine Schwierigkeiten dar, auf die Einstellung kommt es an. Und auf die Fähigkeit Potential zu erkennen.“ Rathgebs Unternehmen beschäftigt über 98 Nationen und ist damit eine der führenden interkulturellen Firmen weltweit. Dabei sieht sich die Firma nicht nur als Integration fördernder Arbeitgeber: Internationalität und Interkulturalität stehen für Entwicklung und Innovation, wichtige Faktoren für Unternehmen. „Der Arbeitsmarkt in Deutschland befindet sich zurzeit in einem Zustand der ständigen Bewegung, daher brauchen wir engagierte Mitarbeiter. Geflüchtete zeigen hierbei erfahrungsgemäß großen Einsatz“, so Rathgeb.

 

Viel größere Schwierigkeiten liegen im Beschaffen von Qualifikationsnachweisen und Arbeitsbefugnissen, wenn Geflüchtete in Deutschland bei einem Arbeitgeber vortreten. Unternehmen brauchen mehr Sicherheit. Ohne langfristigen Nutzen für die Unternehmerseite ist die Integration in den Arbeitsmarkt in Gefahr. ´Lokale Behörden sind aufgefordert, die Modifizierung und die individuelle Anpassung der Verfahren voranzutreiben. Eine klare Forderung an die Politik. 

 

Die Gesellschaft für das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm versucht zusammen mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Frankfurt genau diese Lücken zu schließen. Dabei unterstützen sie benachteiligte Personengruppen, integrieren Geflüchtete positiv in die Arbeitswelt und erleichtern den Einstieg für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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Telefax: 069 / 17 22-47