09. Mai 2017
Exklusiver Abend mit Staatsministerin Brunhild Kurth zum Thema Bildung
Unternehmer-Dialog mit Staatsministerin Brunhild Kurth
Wie überall kommt es auch in der Bildung auf die Ergebnisqualität an. Die Unternehmen spüren sie, wenn sie Auszubildenden oder Absolventen die heute hohen beruflichen Anforderungen vor Augen führen. Nicht selten müssen sie allerdings Diskrepanzen zum erwartbaren Basiswissen feststellen. Umso elementarer ist es, die Strukturen und Prozesse in der Bildung vom Ziel aus zu denken und darauf auszurichten.
Staatsministerin Brunhild Kurth stand dem Wirtschaftsrat als Diskussionspartnerin u.a. darüber zur Verfügung, wie das Bildungsniveau an sächsischen Schulen hoch gehalten und durch engere Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft stärker praxisorientiert ausgestaltet werden kann.
v.l.n.r.: Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus; Simone Hartmann, Landesvorsitzende, Wirtschaftsrat Landesverband Sachsen (Foto: Wirtschaftsrat)

Der Landesvorsitzenden des Wirtschaftsrates, Simone Hartmann, war es eine besondere Freude, an diesem Abend die Staatsministerin für Kultus, Brunhild Kurth zu begrüßen, die den Mitgliedern nach zahlreichen Informationen über die Bildung im Freistaat in einer offenen Diskussion zur Verfügung stand. Frau Kurth nahm wertvolle Impulse, wie z.B. zur Ausgestaltung der KITA, zum Schulfach „Wirtschaft“, zur Unternehmensnähe der dualen Ausbildung und zur Dauer des gemeinsamen schulischen Lernens durch die versammelten Unternehmer für die weitere Diskussion innerhalb der sächsischen Staatsregierung mit.

 

Viele Themen durchzogen den Abend und führten letztlich zu einer langen Diskussion mit der Ministerin. Themen, wie die Umsetzung des neuen Sächsischen Schulgesetzes, welches am 15.05. in Kraft tritt, Lehrermangel, Seiteneinsteiger, Verbeamtung von Lehrern, Digitale Bildung, Schulnetzplanung, die Erteilung von Gymnasialempfehlungen, die Bedeutung der Oberschule im Freistaat, das Qualifikationsniveau von Lehrlingen, Schulsozialarbeit, Schulabbrecher, Lehrerpersönlichkeiten, Helikopter-Eltern, internationale Erfahrungen im Mittelstand, der gesellschaftliche Wertewandel und letztlich die messbare Ergebnisqualität der Ausbildung waren Gegenstand des Unternehmer-Dialogs.

 

Im Freistaat hat die Bildung, von der dualen Ausbildung bis zum Gymnasium, derzeit noch ein hohes Niveau. Es muss künftig gelingen, durch attraktive Vergütung der Lehrer im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern, dem Lehrermangel Abhilfe zu schaffen. Das nach wie vor bestehende Vorurteil „In Sachsen werden Lehrer schlecht bezahlt und es gibt keine Stellen“ gilt es öffentlichkeitswirksam zu entkräften. Die Ministerin könnte aktuell 2.000 Lehrer einstellen; für Seiteneinsteiger (die der Wirtschaft möglicherweise abhandenkommen könnten) winkt sogar eine attraktive Vergütung. Aber, obwohl ausreichend Stellen und auch Finanzmittel vorhanden sind, können diese nicht besetzt werden. Erste Wirkungen der sächsischen Bildungsoffensive lassen sich jedoch erkennen: Im Jahr 2017 sei erstmals die Zahl der Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf größer als die der ausgebildeten Lehrer.

 

Staatsministerin Kurth sprach sich abschließend für eine reduzierte Stundentafel aus, denn Doppelungen, insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern, auf die auch künftig verstärkt Wert gelegt werden solle, können relativ einfach vermieden werden. Nach dem Gymnasium eine Berufsausbildung zu machen, sei insbesondere bezüglich der Anforderungen von Unternehmen eine zielführende Idee, bekräftigt die Ministerin. Die Anwesenden waren sich einig, dass künftig die Kernkompetenzen „Lesen“, „Schreiben“, „Rechnen“, „Logik“ und „Gesellschaftsverständnis“ stärker vermittelt und überflüssige Details eher weggelassen werden sollten. Frau Kurth legte dar, dass im modernen Zeitalter die digitale Bildung eher fächerübergreifend ausgerichtet werden solle, da diese Bestandteil mehrerer Fächer sei. Damit verbunden sind auch Überlegungen, ob der Schul-Taschenrechner noch zeitgemäß ist oder ob nicht auch diverse Rechner-Apps auf Smartphones künftig zugelassen werden sollten und wie der Schülerbus in den ländlichen Raum organisiert werden solle. Letztlich ist Bildung aber auch eine Frage, die im Elternhaus geprägt würde und das Engagement Vieler erfordere.

 

Der Wirtschaftsrat bedankt sich bei Staatsministerin Kurth für die interessanten Ideen sowie Impulse und freut sich auf die nächste Zusammenkunft.

(Foto: Wirtschaftsrat)
(Foto: Wirtschaftsrat)