14. September 2015
Unternehmensnachfolgen im Vogtland
Eine Gesprächsrunde mit dem Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Plauen, Michael Barth, im Musicon Valley
In der Erlebniswelt Musikinstrumentenbau in Markneukirchen, im Oberen Vogtland, im »Musikwinkel« Deutschlands konnte diesmal die Sektionssprecherin, Alexandra Glied, unter Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrates auch den im Juni neu gewählten Landrat, Rolf Keil, sowie den Bürgermeister von Markneukirchen, Andreas Rubner, begrüßen.
v.l.n.r.: Andreas Rubner, Bürgermeister Markneukirchen; Alexandra Glied, Sprecherin der Sektion Vogtland; Michael Barth, Geschäftsführer IHK Plauen; Simone von der Ohe, Geschäftsführender Vorstand Musicon Valley e.V.; Rolf Keil, Landrat Vogtlandkreis (Foto: Wirtschaftsrat)

Seit 1999 berät und betreut hier das Team von Musicon Valley rund um den geschäftsführenden Vorstand, Simone von der Ohe, und Vorstand Frank Bilz, Firmen des Musikinstrumentenbaus in den Bereichen Projektmanagement, Controlling und Marketing. Die beiden Vorstände berichteten den Teilnehmern über die Arbeit des Vereins.
Im Süden des Freistaates Sachsen, unweit der Grenze zu Bayern und Tschechien, werden seit über 350 Jahren Musikinstrumente hergestellt. Um 1900 galt das Vogtland als musikalischer Großlieferant, welcher ganze Orchester und Musikchöre ausstatten konnte. Von diesen wirtschaftlich glanzvollen Zeiten zeugen noch heute repräsentative Bürgerhäuser und die Villen der Verleger. Der Wohlstand der Region wurde durch Hunderte von Handwerkern begründet, die damals in der gesamten Region nicht nur Instrumente, sondern auch alle Bestandteile und sämtliches Zubehör herstellten. Von diesem einstigen Umfang hat sich bis zur Gegenwart das Kunsthandwerk erhalten. Darüber hinaus gibt es größere Hersteller, bei denen ebenfalls mit viel Handarbeit und handwerklichem Wissen gearbeitet wird, so dass man sie zu Recht als Instrumenten-Manufakturen bezeichnet. Die Ansammlung von über 100 Instrumentenbauern wurde als Alleinstellungsmerkmal in den letzten Jahren konsequent herausgearbeitet und hat seit 2009 weit über 10000 Orchestermusiker in die Region geführt. Mit dem Merkmal „Musikwinkel Deutschlands“ wird Markneukirchen sowie das sächsische Vogtland auch für Tagestouristen jährlich attraktiver.

In der Schauwerkstatt Musikinstrumentenbau erläuterte anschließend Geigenbaumeister und Dozent an der Hochschule für Musikinstrumentenbau, Stefan Rehms, den Anwesenden sein Handwerk.

Mit Landrat Keil ist sich Sektionssprecherin Alexandra Glied einig, dass der Wirtschaftsfaktor Tourismus im Vogtland nicht lokalpatriotisch an Kirchturmgrenzen halt machen kann und darf, sondern dass das volle Potenzial des Tourismus nur in großer Kooperation gehoben und ausgebaut werden kann.

Im anschließenden Vortrag des Geschäftsführers der IKH Plauen, Michael Barth, ging dieser neben dem Thema Unternehmensnachfolgen auch auf die wirtschaftliche Entwicklung des Kammerbezirks ein, zeigte Gewerbeflächenentwicklung und Vorhalteflächen auf und relativierte den negativen Pendler-Saldo. (ausführliche Präsentation für Mitglieder)

Den Vorträgen schloss sich ein Get-together mit  interessanten bilateralen Gesprächen an.

Impressionen aus dem Musicon Valley
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