19. April 2016
Unternehmensfinanzierung
Wie unterstützen Bürgschaftsbank und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft sowie SAB den sächsischen Mittelstand.
v.l.n.r.: Olrik Börnicke, Sächsische Aufbaubank - Förderbank -; Peter Michael Münnich, Landesgeschäftsführer Wirtschaftsrat Sachsen; Markus H. Michalow, Bürgschaftsbank Sachsen und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen (Foto: Wirtschaftsrat)

An diesem Abend begrüßte der Landesgeschäftsführer sächsische Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates in der Sektion Chemnitz, um gemeinsam mit Markus H. Michalow, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen GmbH sowie der Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH, und Olrik Börnicke, Abteilungsdirektor Wirtschaft bei der Sächsische Aufbaubank - Förderbank -, die Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung zu erörtern.


Nach einem einleitenden Überblick über die mittlerweile über 20jährige Geschäftstätigkeit der Bürgschaftsbank mit über 11.000 seither übernommenen Bürgschaften, erläuterte Herr Michalow den interessierten Unternehmern, dass BBS und MBG geeignete Partner des Mittelstandes sind, um autark oder additiv zu Geschäftsbanken mit standardisierten Kreditentscheidungsprozessen hier schnell und verlässlich Finanzierungssicherheit zu erlangen. Insbesondere bei Kapitalbedarf von bis zu 200.000 € sind die neuen Produkte „BoB“ und „Express“ der BBS für KMUs erwähnenswert. Neben dem Bürgschaftsmodel zur Erleichterung der Fremdkapitalbeschaffung besteht über die MBG die Möglichkeit, die Bilanzrelationen zu verbessern. Die MBG stellt Unternehmen und Gründern langfristiges Beteiligungskapital bis zu 2,5 Millionen Euro zur Verfügung - meistens als mezzanines Kapital in Form von eigenkapitalähnlichen, typisch stillen Beteiligungen. Dabei bleibt der Unternehmer „Herr im Haus“, denn die MBG mischt sich nicht in das Tagesgeschäft ein. Insbesondere bei Wachstums- und Innovationsvorhaben (Sprunginvestition), Akquisitionen/ Übernahmen, Nachfolgelösungen (MBO/MBI) und Innovationsvorhaben sind diese temporären Beteiligungen hilfreich.


Von besonderem Interesse, um Sachsen weiter als Zukunftsstandort zu positionieren, ist daneben der Technologiegründerfond Sachsen, kurz TGFS. Der Venture-Capital Fonds für Sachsen, der unter anderem auch mit EFRE-Mitteln Seed- und Startup-Phasen in den sächsisch präferierten Technologiebereichen begleitet.


Im weiteren Verlauf des Abends berichtete Olrik Börnicke über Investitionsförderung sowie Innovationsförderung seitens der SAB. Zum hinlänglich bekannten GRW-Zuschuss erfolgte der ausdrückliche Hinweis, dass im Rahmen der aktuellen Förderperiode, dieser Zuschuss nur noch für KMU realistisch realisierbar ist. Großunternehmen laufen über die Einzelnotifizierung. Bei der Beantragung ist - EU-getrieben- bereits äußerst sorgsam der zu bewilligende Förderungszwecks als Diversifizierung, Ausbau oder Änderung zu definieren, wobei eine Änderung des bewilligten Förderzwecks, die sich erst im Rahmen des Maßnahme-Abschlusses herausstellt, förderschädlich ist.


Besonders interessant waren die Förderprogramme zum Wissenstransfer, zur Markterschließung und Prozessoptimierung aus der Mittelstandsrichtlinie. Die bis zu 50%ige Zuschussunterstützung für kleine und mittlere Unternehmen, die sich Märkte für neue oder weiterentwickelte Produkte, Dienstleistungen oder Produktionsverfahren erschließen, war für die Anwesenden genau so interessant wie die Beispiele, die im Rahmen der Förderrichtlinie unter „e-Business“ benannt sind und in KMUs regelmäßig auch unter dem Gesichtspunkt Realisierung vom Maßnahmen „Industrie 4.0“ zu überprüfen sind. Entsprechende Maßnahmen werden mit einem 40%igen Zuschuss begleitet.Abgerundet wurde der Vortrag mit dem Thema „Technologieförderung“.


Beim anschließenden Imbiss konnten Kontakte gepflegt und auch bilateral mit den Referenten unternehmensspezifische Fragestellungen geklärt werden. 

(Foto: Wirtschaftsrat)