15. Juli 2011
Traditionelle politische Mittagsrunde
Die Sektion Ravensburg/Friedrichshafen des Wirtschaftsrates diskutiert mit ihren Abgeordneten.
Auf der Tagesordnung steht das Thema "Ökologie und Ökonomie". Die Definition stellt Sprecher Helmut Hirner bereit: „Ziel der ökonomischen Ökologie bzw. ökologischen Ökonomie ist die nachhaltige Entwicklung unter Berücksichtigung ökologischer, wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Aspekte.“

Bevor die Diskussion an den einzelnen Tischen starten konnte –in kleiner Runde gemeinsam mit den Abgeordneten-, stellte jeder Abgeordneten in einem Impulsreferate seine Position dar. Dr. Andreas Schockenhoff MdB warf die zentrale Frage auf: „Wie erreichen wir mit weniger Ressourcen ein volkswirtschaftlich nachhaltiges und sicheres Wachstum?“ und betonte zugleich: „wer, wenn nicht ein Industrieland wie Deutschland sollte das schaffen!“ Lothar Riebsamen MdB hob hervor, dass es „schlicht natürlich und notwendig“ sei, „Ökologie und Ökonomie unter einen Hut zu bringen“. Er mahnte aber: „Dabei darf man aber nicht die Grundregeln der Marktwirtschaft außer Acht lassen, man kann nicht produzieren, was nicht nachgefragt wird.“

Begrüßung durch Sektionssprecher Helmut Hirner

Paul Locherer MdL zeigte einen weiteren Aspekt der Thematik auf: „Auch Verkehrsinfrastruktur ist Ökologie, ein Projekt wie S21 zum Beispiel würde es vielen Pendlern ermöglichen, auf das Auto zu verzichten.“ Bewusst aus der Rolle der Opposition gesprochen merkte Ulrich Müller MdL an, dass die Regierungserklärung „ziemlich blass“ sei, was diese Thematik angehe.

v.l.n.r. Ulrich Müller MdL, Lothar Fritz, Johanna Dollak, Dr. Andreas Schockenhoff MdB, Lothar Riebsamen MdB, Paul Locherer MdL, Helmut Hirner.

In den sich anschließenden Gesprächen der Mitglieder mit den Abgeordneten wurde angeregt weiterdiskutiert. Die Bereitschaft der Bürger zum Ausweis neuer Gewerbeflächen wurde ebenso thematisiert wie die Nutzungskonkurrenz zwischen zum Beispiel Landwirtschaft und Gewerbe beim Ausweis neuer Flächen. Auch positive Beispiele zur Einbindung der Bevölkerung wurden vorgestellt. Als Beispiel sei stellvertretend die Genehmigung des Baus eines Ferienparks durch Center Parks in Leutkirch genannt. Hier wurden die Bürger frühzeitig eingebunden, so dass die Zustimmung zum Projekt sehr hoch war: In einem Bürgerbegehren stimmten 95,1% für den Bau.