20. Januar 2011
Der Erfurter Sektionssprecher des Wirtschaftsrates in Thüringen, Dr. Andreas Stute, anlässlich eines Frühstücksgespräches mit der Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH, Bärbel Grönegres:
Touristische Infrastruktur im Thüringer Wald dringend verbesserungswürdig
Wirtschaftsrat fordert Umdenken und gemeinsames Handeln aller Akteure
„Das Erscheinungsbild der Orte im Thüringer Wald, allen voran von Oberhof, ist eine touristische Katastrophe, die dringend von allen Akteuren verbessert werden muss.“ Zu diesem harten Urteil sah sich der Erfurter Sektionssprecher des Wirtschaftsrates in Thüringen, Dr. Andreas Stute, bei einem Frühstücksgespräch mit der Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH, Bärbel Grönegres, veranlasst.

„Das beginnt beim Gartenzaun eines jeden Einwohners, geht über das gastronomische Angebot und die Gestaltung des gesamten Stadtbildes bis hin zu Marketingaktionen der Thüringer Tourismus GmbH“, konkretisierte Dr. Stute seine Forderung vor rund 30 Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrates und betonte, dass nicht jede Maßnahme viel Geld kosten muss.

 

Bei Bärbel Grönegres stieß er damit auf offene Ohren, denn als Chefin der Thüringer Tourismus GmbH versucht sie schon lange, die zahlreichen Akteure, die im diesem Bereich aktiv sind, an einen Tisch zu holen. „Wir brauchen unbedingt ein neues Bewusstsein, damit alle Handelnden an einem Strang ziehen und wir gemeinsam den Thüringer Wald als attraktives Touristenziel voranbringen“, sagte sie und erläuterte, dass derzeit dort vor allem die Hotelinfrastruktur ausgesprochen schlecht sei. So gebe es gar keine Vier- oder gar Fünf-Sterne-Hotels in der Region und auch gute Drei-Sterne-Hotels seien kaum vorhanden. Dadurch aber sei der Thüringer Wald gerade für anspruchsvolle und zahlungskräftige Gäste nicht so interessant und attraktiv, wie er sein könnte. „Gäste, die auch sonst Geld in die gesamte Region bringen würden“, betonte sie und begrüßte ausdrücklich die Anstrengungen von Wirtschaftsminister Matthias Machnig, um Gelder und Kräfte in diesem Bereich entsprechend zu bündeln. 

 

Dabei steht Thüringen ihren Angaben zufolge touristisch gar nicht so schlecht da: So gab es 2009 rund 9,4 Millionen Übernachtungen im Freistaat, was im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von gut 1,9 Prozent bedeutete. Vor allem für Kurz- und Zweiturlaube sei Thüringen bei Reisenden attraktiv. Die Thüringer Tourismus GmbH arbeite intensiv daran, die großen Themen Wandern/Natur mit den von Wellness/Gesundheit und Städte/Kultur noch besser zu verzahnen, damit die Gäste wie aus einem „Füllhorn“ aus einem reichhaltigen Angebot wählen könnten. Als bereits gelungene Beispiele dafür nannte sie die Vielzahl zertifizierter Wander- und Radwanderwege , das Schillerjahr 2009, die Bauhaus-Card sowie die Aktion „250 Jahre Thüringer Porzellan“.