17. Juni 2011
TAB-Chef Wierlacher beim Wirtschaftsrat Thüringen
Überschüsse der Aufbaubank zur sich selbst tragenden Förderfinanzierung nutzen

Angesichts rückläufiger Fördergelder der EU und der beschlossenen Schuldenbremsen in Bund und Ländern muss die Thüringer Aufbaubank (TAB) in Zukunft verstärkt darauf achten, selbst erwirtschaftete Überschüsse in ein sich selbst tragendes, revolvierendes Fördersystem einfließen zu lassen. „Nur so sind wir langfristig in der Lage, eine stabile finanzielle Förderung für die Wirtschaft im Freistaat zu gewährleisten“, ist sich der Vorstandsvorsitzende der Thüringer Aufbaubank (TAB), Matthias Wierlacher, sicher. Er war am Donnerstag einer Einladung des Wirtschaftsrates Thüringen nach Erfurt gefolgt und hatte Unternehmern, Politikern und Bankern über die Möglichkeiten der TAB zur Unterstützung der Thüringer Wirtschaft berichtet. 

 

Seiner Einschätzung nach muss akzeptiert werden, dass die Leistungsfähigkeit des Staates und auch der EU angesichts steigender Schulden weiter abnehmen wird. Dies werde insgesamt die Förderlandschaft verändern und das derzeit im Bundesdurchschnitt noch sehr hohe Niveau der Fördermaßnahmen in Thüringen - etwa zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ - deutlich senken.

 

Auch die Art der Förderung und die zu unterstützenden Projekte werden sich laut Wierlacher verändern. So werde die Aufbaubank langfristig immer weniger Zuschüsse und dafür mehr zurückzuzahlende Darlehen an die Unternehmen vergeben. Diese Rückzahlungen könnten dann wiederum in spezielle Fonds einfließen, die erneut zur Finanzierung neuer Kreditprogramme verwendet werden könnten.

 

Aufgrund der rückläufigen EU-Förderungen für Landwirte werde es zudem beispielsweise neue Kreditprogramme für die Landwirtschaft geben. Und auch die Finanzierung von Projekten im medizinischen und sozialen Umfeld werde zunehmen, um etwa dem Ärztemangel auf dem Lande entgegenzusteuern. 

 

Der Sprecher der Sektion Erfurt im Wirtschaftsrat Thüringen, Dr. Andreas Stute, unterstützt ausdrücklich den Aufbau eines eigenen, sich selbst tragenden Finanzierungssystems für die Aufbaubank. Er bemängelte in diesem Zusammenhang den derzeit seiner Meinung nach in der Politik nicht wirklich erkennbaren ernsthaften Willen zum Sparen, „und dass, obwohl man sich in einer guten konjunkturellen Phase befindet.“ Dies betreffe vor allem auch den dauerhaften Abbau von Subventionen.

 

Dabei appellierte er an die eigene Klientel der Unternehmer. Diese müssten sich selbstkritisch hinterfragen, ob der Ruf nach staatlicher Unterstützung wirklich immer gerechtfertigt sei. Seiner Meinung nach könnte vielmehr so manch einer seinen Beitrag zum allgemeinen Sparen leisten, wenn ein Unternehmen auf mögliche, aber nicht immer wirklich notwendige Subventionen verzichten würde.