28. November 2012
3. Süddeutscher Wirtschaftstag
"Werte, Wachstum, Wohlstand –
Wirtschaft und Politik in gemeinsamer Verantwortung!"

Die vier süddeutschen Landesverbände des Wirtschaftsrates der CDU e.V. lhaben eingeladen.

Die Botschaft, die Karl Kardinal Lehmann für die Unternehmer auf dem 3. Süddeutschen Wirtschaftstag des Wirtschaftsrates  der Bundesländer, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Baden-Württemberg  zum Thema ,,Werte, Wachstum, Wohlstand" hatte, war ermutigend.  Denn  der Bischoff von Mainz stimmte nicht in den derzeit gängigen marktkritischen Chor der Unzufriedenheit ein.

 

Vielmehr forderte Lehmann die rund 300 Teilnehmer in den Räumen des ZDF auf, ihre Rolle als Innovatoren in Wirtschaft und Gesellschaft anzunehmen und ihre Tätigkeit über Produktion und Gewinn hinaus als ,,im Dienste am ganzen Menschen" zu verstehen. Die katholische Kirche anerkenne jedenfalls die schöpferische Initiative und den Wagemut der Unternehmer.

 

Die Ausführungen von Kardinal Lehmann konnten auch als Unterstützung für den neuen Ehrenvorsitzenden des Wirtschaftsrates in Rheinland-Pfalz, Peter Eckes, gesehen werden, der den 3. Süddeutschen Wirtschaftstag leitete. Er warb eindringlich für mehr Anstand im Wirtschaftsleben.

 

Gier und Abzocke, so hatte Eckes schon vor der  Presse gefordert, dürften nicht zum Markenzeichen der Sozialen Marktwirtschaft werden. Vielmehr müsse der ,,ehrbare Kaufmann" als Leitbild anerkannt bleiben. Vorbildliches Verhalten sei konstitutiv für die marktwirtschaftliche Ordnung, wie sie von Ludwig Erhard entworfen worden sei.

 

Die jüngsten Fälle von Gier und Maßlosigkeit vor allem in der Finanzwirtschaft, so Eckes weiter, seien nicht typisch, sondern Einzelfälle, denen eine  riesige Zahl ordentlicher Unternehmer, vor allem im Mittelstand  gegenüberstehe. Dennoch sei es den Gegnern der freien Wirtschaftsordnung gelungen, in breiten Kreisen der Bevölkerung Zweifel an der Sozialen Marktwirtschaft zu säen. Das Vertrauen der Bürger in die Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit des marktwirtschaftlichen Systems sei erschüttert worden.

salopp

 

 

Prof. Dr. Kurt J. Lauk, Präsident des Wirtschaftsrates der CDU e.V., unterstrich die unveränderte Gültigkeit der Auffassung des Vaters des Wirtschaftswunders, dass nämlich die Wirtschaft umso sozialer ist, je freier sie arbeiten kann. Deshalb habe der freie Markt auch eine ethische Dimension. Die Marktwirtschaft brauche zwar einen Rahmen, aber keine Wettbewerbsregulierungen. 

 

Mit aktuellem Bezug wandte sich der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger,  massiv gegen die steuerpolitischen Vorstellungen des Grünen-Frontmannes Jürgen Trittin, der Steuererhöhungen auf breiter Front gefordert hatte. Hohe Vermögens-, Erbschafts- und Einkommenssteuern würden die wirtschaftliche Entwicklung im Lande massiv behindern.

 

Die wachsende Kritik in der deutschen Gesellschaft gegen die marktwirtschaftliche Ordnung wiesen  alle Unionspolitiker entschieden zurück, weil die Soziale Marktwirtschaft nicht das Problem, sondern die Lösung der aktuellen Krise sei.

 

Ein klares Bekenntnis zu den ökonomischen Grundsätzen und der darin involvierten Wirtschaftsethik  Ludwig Erhards legten auch die vier CDU-Spitzenpolitiker von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland ab, also Julia Klöckner, Thomas Strobl, Volker Bouffier und Annegret Kramp-Karrenbauer.

Für die Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU  in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, gibt es indes im Konkreten immer wieder Verbesserungsbedarf. So widersprach sie der Auffassung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, dass die Familien arbeitsmarktgerechter werden müssten. Im Gegenteil, so Klöckner, müsse der Arbeitsmarkt familiengerechter werden. Schließlich sei die Familie keine  "Sozialisationsagentur".

Kritisch ging der neue Landesvorsitzende der CDU in Baden-Württemberg, Thomas Strobl, mit der grün-roten Landesregierung in seinem Heimatbundesland ins Gericht. Er meldete Zweifel an, ob die notwendigen Infrastrukturinvestitionen im ,,Musterländle" umgesetzt werden. Grün-Rot habe keinerlei Straßenbauprojekte für die kommenden Jahre mehr in der Pipeline. Damit werde das  Wirtschaftswachstum in Baden-Württemberg nachhaltig behindert, meinte Strobl. So werde sich das Land den Weg in die eigene Zukunft selbst verbauen.

 

Von ähnlichen Problemen mit Großprojekten berichtete CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier aus Hessen. Das Beispiel per excellence: Der Großflughafen  Frankfurt, dem eine zentrale Stellung für die wirtschaftliche Zukunft Hessens zukommt. Das Problem Fluglärm sei jedenfalls nicht durch weniger Flüge, sondern nur durch leisere Flugzeuge zu lösen.

 

Für die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die einer großen Koalition vorsteht, ist Vertrauen ,,das Grundkapital der Sozialen Marktwirtschaft". Freiheit und Verantwortung müssten immer zusammen gedacht werden. Weder Bevormundung noch absolute Freiheit dürften vorherrschen. Jedem müsse die Chance gegeben werden, aus sich das Beste zu machen. Denn die Gleichheit sollte am Anfang nicht am Ende der Entwicklung eines Menschen stehen.

 

Für Fraport-Chef Dr. Stefan Schulte ist klar: Großprojekte bleiben letztlich durchsetzbar, weil sie für den Wohlstand unverzichtbar sind. Bei aller Anerkennung der persönlichen Betroffenheiten, bleibe der Frankfurter Flughafen für die gesamte deutsche Volkswirtschaft von zentraler Bedeutung. In Zukunft werde transparente,  glaubwürdige und proaktive Kommunikation immer wichtiger für den Erfolg  werden.

 

Robert Friedmann,  Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe, zeichnete den beispiellosen Weg seiner Firma von einem Zwei-Mann-Betrieb  nach dem Krieg bis zum Weltmarktführer in Sachen Montage- und Befestigungsmaterial mit 66000 Mitarbeitern nach. Die zehn Milliarden Umsatz von 2011 sollen bis 2020 noch verdoppelt werden. Das Motto: ,,Nicht auf den Kunden warten - zum Kunden gehen."

Impressionen
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Einladung & Programm
Einladungskarte & Programm (PDF-Download: 1,8 MB)
Organisation
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Landesverband Rheinland-Pfalz und Landesverband Saarland
Robert-Bosch-Straße 29 55129 Mainz
Telefon: (0 61 31) 23 45 37
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Kronprinzstraße 18
70173 Stuttgart
Telefon: (07 11) 83 88 74-0
Landesverband Hessen
Untermainkai 31
60329 Frankfurt
Telefon: (0 69) 72 73 13
Tagungstelefon:
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Tagungsleitung
Gesamtleitung:
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Marius Schwabe

Pressebetreuung:
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