28. Oktober 2013
Stromversorgung - Neue Anforderungen an die Systemstabilität
Mittagsveranstaltung der Sektion Kiel
Welche Planung muß ein regionaler Versorger vorhalten, um notfalls netzstabilisierende Maßnahmen vornehmen zu können. Christian Kulessa informierte als technischer Leiter der Stadtwerke Eutin GmbH über die Vorschriften und erforderlichen Maßnahmen.
Christian Kulessa, Technischer Leiter Stadtwerke Eutin GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Im Kern besagen diese Vorschriften, daß im Fall von Stromengpässen auf der übergeordneten Netzebene zunächst verfügbare Notstromaggregate zugeschaltet werden können, bevor dann Notfallpläne eine Lastabschaltung vorsehen müssen, die diskriminierungsfrei alle Verbraucher treffen soll. Dazu sollen rollierend jeweils 90 Minuten lang alle Stadteile der Reihe einspringen, so daß in erster Priorität diejenige Last vom Netz getrennt wird, die am besten zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität dient. Die Reihenfolge richtet sich dabei nach Kriterien aus, die die Versorgungssicherheit, Betriebssicherheit, zumutbare Dauer und die Sicherheit der Bevölkerung berücksichtigen.


Kulessa machte allerdings deutlich, daß eine sachgerechte Umsetzung dieser Vorschriften für viele regionale Versorger noch eine Herausforderung darstelle. Die Stadtwerke Eutin hätten sich ergänzend dafür entschieden, in die Versorgungssicherheit zu investieren, indem man vermehrt Notstromkapazitäten bereitstelle. Außerdem könnten Netzbetreiber inzwischen das Recht nutzen, Einspeisungen auch aus erneuerbaren Energien zu verhindern. Insofern sähe man sich für die Zukunft einigermaßen gut gerüstet, obgleich klar sei, daß sowohl die Stromeinspeisung ins Netz als auch die Verbrauchsentnahme aus dem Netz zunehmend schwieriger vorhersehbar seien. Entsprechend seien die zur Netzstabilisierung erforderlichen Eingriffe in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Eine bewußt gemanagten „Kaskadenschaltung“ müssen notfalls sicherstellen, daß die Netze einer ganzen Re¬gion nicht unbeabsichtigt wegen eines Abschaltautomatismus ausfallen und einen „Black out“ herbeiführen, wie es die Abschaltung einer 380 kV–Leitung am 4.11.2006 infolge einer einer Schiffspassage aus der Meyer-Werft für halb Europa herbeigeführt hatte.