06. Juni 2017
Staatsminister und Chef der Staatskanzlei, Dr. Fritz Jaeckel, zu den wirtschaftlichen Perspektiven Sachsens
Unternehmer-Dialog der Sektion Leipzig zum Thema Mittelstandsorientierung
Vor dem Hintergrund demografischer Veränderungen sowie neuer technischer Möglichkeiten, klärte der Staatsminister in freier Rede faktenbasiert über volkswirtschaftliche Eckdaten Sachsens sowie über europäische bzw. internationale Rahmenbedingungen auf. Er stand den Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrats anschließend in einer langen Fragerunde zur Verfügung. Der Staatsminister nahm dabei viele Anregungen zur weiteren Diskussion in der Staatsregierung auf.
(Foto: Wirtschaftsrat)

Ausgehend von einer recht stabilen wirtschaftlichen Lage des Freistaates Sachsen (BIP, Arbeitslosenquote, Bevölkerungswachstum in Leipzig und Dresden positiv), verwies der Staatsminister auf einige Herausforderungen, wie z.B. die hohe Studienabbrecherquote, die geringe Ausbildungsquote im Handwerk, die noch nicht genügende Stärkung der Oberschule, die verbesserungsfähige Vernetzung von Leichtbau-Clustern, die Fortsetzung des Deutsch-Russischen Dialogs sowie die relativ hohen Übertragungsnetzkosten in Sachsen.

 

Erfolgreich sind in Sachsen unter Begleitung der Sächsischen Staatsregierung bereits einige Verträge zwischen (internationalen) Auftraggebern und regionalen Unternehmen abgeschlossen worden, was zur Ansiedlung weiterer Unternehmen geführt habe. Insbesondere weisen die Industriezweige Automobilbau, Mikroelektronik, Elektromobilität, Batterieherstellung sowie Logistik hohe Wachstumsraten auf und stellen Zukunftsbranchen im Freistaat dar. Es sei gelungen, die Mikroelektronik aus dem EU-Beihilfekatalog heraus zu nehmen, womit diese Schlüsseltechnologie im Freistaat weiter gefördert werden kann, ohne dafür gemahnt bzw. sanktioniert zu werden. Lobend hob der Minister die durch die Europäische Kommission eingeforderte verstärkte Bankenregulierung hervor.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Der Staatsminister führte aus, dass sich die Denkweise der jüngeren Generation hinsichtlich der Work-Life-Balance geändert habe. Die Familiengründung und die damit verbundene Fürsorge werde bei vielen jungen Menschen wieder gegenüber der Kariere priorisiert. Den Bogen zur internationalen Politik spannte der Staatsminister, indem er auf die Auswirkungen von Brexit und den Entwicklungen in den USA sowie in China einging. Ein Plädoyer für ein stärkeres Europa rundete die Ausführungen des Ministers ab.

 

In der anschließenden Diskussion wurden Themen, wie die Marktfähigkeit bestimmter Studiengänge, Maut, CO2-Belastung, Sozialabgaben im Niedriglohnsektor, Rechtssicherheit und Effizienz der Staatsverwaltung, KITA-Quote und Demografie behandelt. Wir danken Herrn Staatsminister Dr. Fritz Jaeckel für den informativen Abend und freuen uns auf die Fortsetzung des wechselseitigen Austausches.

(Foto: Wirtschaftsrat)