08. November 2017
Sportfinanzen im Saarland beispielhaft
Deutschland hat grundsätzlich beste Voraussetzungen, um eine Spitzenposition im internationalen Sport zu besetzen. Nirgendwo sonst ist das Potenzial an Sportvereinen größer als hier zu Lande. So der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann.
Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zu Besuch beim Wirtschaftsrat in Saarbrücken (Foto: Wirtschaftsrat)

Auf Einladung des Wirtschaftsrates sprach er zum Thema „Die Werte des Sports für unsere Gesellschaft“. Die Veranstaltung stand unter der Leitung von David Zimmer und Manfred Krischek - in Vertretung des Vorsitzenden Wolfgang Holzhauer.


Die Stärke des deutschen Sports zeige sich beispielsweise in 27 Millionen Mitgliedschaften in 90.000 Turn- und Sportvereinen. Allein zehn Millionen Jugendliche machten sportlich mit. Daraus übernimmt der Sport in vielschichtiger Form die Rolle einer prägenden Kraft unserer Gesellschaft. 


Wenn die Erfolgsergebnisse (Olympische Spiele, Weltmeisterschaften) teilweise den Erwartungen nicht entsprechen, dann sei das in erster Linie die Folge von strukturellen und finanziellen Nachteilen, unter denen der deutsche Sport zu leiden habe. Etwa durch die sehr komplexe föderale Organisation und den Mangel an finanziellen Mitteln, meinte Hörmann. Ca  “157 Millionen Euro in Deutschland stehen in Großbritannien ca. einer Milliarde Euro an Geld für den Sport gegenüber“ so Klaus Meiser, Präsident des Landessportbundes Saarland.. Hinzu kämen politische Unzulänglichkeiten dergestalt, dass der Sport grundsätzlich in den Berliner Ministerien und den Landesregierungen zwar erfreulich viel Zuspruch findet, die konkrete Realisierung von wichtigen Projekten jedoch manchmal doch sehr schwer fällt. Das neue Konzept für eine schlagkräftige Leistungssport-Struktur in Deutschland liegt weitgehend vor. Die Berliner Politik muss nun gemeinsam mit den Ländern für die Umsetzung gewonnen werden. Nur wenn das gelingt, wird die seit drei Jahren vorgesehene Leistungssportreform auch erfolgreich umsetzbar sein.


Der saarländische Sport erhielt von Präsident Hörmann viel Lob, weil an der Saar mit dem so genannten Sportachtel beispielhaft Geld für den Sport im Lande zur Verfügung gestellt werde. „Wenn die anderen Bundesländer das Saar-Modell übernähmen, würde der gesamte deutsche Sport besser dastehen und genau darum müssen wir weiter aktiv kämpfen“ so der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Mitglied im nationalen Vorstand des Wirtschaftsrates.