26. September 2018
Delegationsfahrt der Sektion Schleswig/Flensburg
Sønderborg Lufthavn - binationaler Luftverkehr
„Flughafen Sonderburg-Flensburg“ könnte es auch heißen, fand Hauke Präger, Sektionssprecher der Sektion Schleswig/Flensburg des Wirtschaftsrates der CDU e.V., nachdem er von den dänischen Gastgebern über deren ambitionierten Ausbaupläne für den Sønderborg Lufthavn informiert worden war. Investitionen von 46 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren sollen den Flughafen in eine neue Liga aufsteigen lassen.
Eine Delegation der Sektion Schleswig/Flensburg mit Sektionssprecher Hauke Präger (4.v.l.) zu Besuch beim Lufthavn Sønderborg, der große Wachstumspläne hat. / Foto: Wirtschaftsrat

Viele Delegationsteilnehmer zeigten sich schon bei der Ankunft überrascht. Einige hatten von dem Flughafen vorher noch nie etwas gehört, kaum einer hatte ihn vorher schon besucht, aber jeder war erfreut von kostenlosen Parkplätzen, einem kurzen Weg zum Check-in und den direkten Blick auf die Start- und Landebahn, eingerahmt von ein paar Flugzeughallen. Christian Berg, Direktor Sønderborg Lufthavn, und Jesper Schack, Aufsichtsratsvorsitzender Sønderborg Lufthavn, begrüßten die Gäste offenherzig. Der Flughafen habe seine Passagierzahlen in den letzten fünf Jahren von 39.000 auf 63.000 und damit um 61 Prozent gesteigert. Täglich fünf Verbindungen nach Kopenhagen seien die Basis, seit Kurzem biete man aber mit Erfolg in der Sommerzeit auch Flüge nach Bornholm an.

Schnell gewachsen sei zudem das Chartergeschäft. Der Standort beschäftigt insgesamt 275 Beschäftigte, einschließlich der von skywayTechnics, die weltweit Flugzeuge warten, und den beiden Fluggesellschaften Alsiee xpress und Air Alsie, die Linien und Charterflüge anbieten bzw. Privatflieger in der ganzen Welt verwalten.

 

Alle diese Firmen wollen wachsen und brauchen zusätzliche Flächen. Deshalb habe man eine Strategie entwickelt, wie der Flughafen zum Nutzen der Region ausgebaut werden könne. Im April 2018 habe die Stadt Sonderburg, 100 Prozent Eigner, dann grünes Licht für ein Zwei-Phasenkonzept gegeben. Dänische Partner würden in die Finanzierung einsteigen und das Unternehmen werde in eine Aktiengesellschaft gewandelt. In der ersten Phase sollen bis zum Jahr 2021 das Terminal erneuert, Parkplätze vermehrt und neue Hangars gebaut werden. Bis zum Jahr 2026 folgt dann eine zweites Terminal und eine vergrößerte Landebahn. Dann würden auch Flüge über Italien hinaus möglich werden. 200.000 Passagiere seien am Ende möglich, ergänzt Lone  Koch, Direktorin und CEO Alsie Express, die schon jetzt von Sonderburg viele Destinationen nach Südeuropa bedient.

Die deutschen Gäste nahmen die sensationellen Neuigkeiten mit Begeisterung auf. Nicht nur Flensburg, auch für Kiel sei das wachsende Angebot interessant. Eine Stunde Autofahrt und praktisch nahtlos ins Flugzeug, das dürfte sowohl für Kreuzfahrttouristen als auch Geschäfts-reisende interessant sein. Tatsächlich soll der Flughafen nicht nur energetisch effizient und schön anzusehen sein, sondern maximal digital, so daß man direkt vom Parkplatz zum Flieger spazieren könne.

 

Der Besuch wurde abgerundet von eindrucksvolle Einsichten in das Wartungsgeschäft von Flugzeugen, das Benjamin Nielsen, CEO Skyways Technics A/S, mit Stützpunkten in Kuala Lumpur, Dubai und Amerika rund um die Uhr mit wachsendem Erfolg betreibt. Allerdings habe man im letzten Jahr einen drastischen Verlust einbuchen müssen, nachdem die Migration in eine neue Software schief lief. Jetzt sei man wieder auf Kurs und freue sich auf größere Hallen, die dringend ersehnt würden. Allerdings brauche er auch qualifiziertes Personal, wobei das Geschäft international sei. Gute Leute gäbe es derzeit in der Ukraine, eine Einquartierung am Standort Sonderburg sei jedoch regulatorisch zunehmend schwierig. Wie international die Arbeitskräfte im Flughafengeschäft sind, wurde auch bei der letzten Station bei der Air Alsie deutlich, die Privatjets für vermögende Kunden verwaltet und weltweit betreut. Alles spricht nach dem Besuch dafür, daß der Flughafen Sonderburg die Beschäftigungschancen in der Region in den nächsten Jahren deutlich wachsen lasse und auch Schleswig-Holstein an Attraktivität gewinnen wird. /Dr. Bertram Zitscher