27. März 2013
"Schulentwicklungsplan und Gemeinschaftsschulen in Sachsen-Anhalt"
"Vielfalt als Chance – Chancen durch Vielfalt" - Die Debatte zu Schließung von Schulen, vor allem von Grundschulen in Sachsen-Anhalt
Die Landesfachkommission Bildung traf sich am 27.03.2013 in Magdeburg, um gemeinsam mit dem Direktor des Landesschulamtes, Torsten Klieme, über die Schulentwicklung des Landes Sachsen-Anhalt zu diskutieren.
v.l. Torsten Klieme, Direktor des Landeschulamtes, Referatsleiter für Qualitätsentwicklung, Bildungsstandards, Rahmenrichtlinien und Lehrerbildung; Iris Kastner Nauke, Geschäftsführerin der BAQJ GmbH Magdeburg und Vorsitzende der Landesfachkommission Bildung, Wirtschaftsrat, Landesverband Sachsen-Anhalt (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Entwicklung der Schulen in unserem Land verfolgen wir mit großem Interesse und unterstützen unter anderem seit einigen Jahren Projekte an Schulen in Sachsen-Anhalt, mit denen es möglich ist, Schulabgängern einen besseren Start ins Berufsleben zu ermöglichen.

Natürlich nehmen wir die Auswirkungen der demografischen Entwicklung in der Wirtschaft wahr und betrachten zum Teil mit großer Sorge, wie die Politik des Landes mit Experimentierfreude auf die Schulentwicklung Einfluss nahm und nimmt.

Umso mehr freute es uns, dass Torsten Klieme unserer Einladung gefolgt ist und uns zunächst einen Überblick zum derzeitigen Stand der kürzlich in Kraft getretenen Verordnung zur Schulentwicklungsplanung des Landes Sachsen-Anhalt gegeben hat. Auch im Hinblick auf seine Funktion als Referatsleiter für Qualitätsentwicklung, Bildungsstandards, Rahmenrichtlinien und Lehrerbildung, waren seine Ausführungen für uns sehr interessant.

Die Schulentwicklungsplanung unseres Landes erstreckt sich auf die Schulstandorte, die Ausgestaltung der Schulen und natürlich auf die Wegebeziehungen. Wobei der größte Handlungsbedarf bei den Grundschulen gesehen wird, da sich die Strukturen in den Sekundarschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen als stabil erweisen. Die Debatte zu Schließung von Schulen, hier vor allem Grundschulen, dauert noch bis zum Ende des Jahres an, in den folgenden fünf Jahren werden die in der Verordnung festgeschriebenen Bestimmungen schrittweise umgesetzt.

Der auch von der Landesfachkommission kritisierte Beschluss, dass offenbar landesweit bis zu 75 Grundschulen geschlossen werden sollen, gab Anlass, nach Alternativen zu suchen und auch anzubieten. So scheint mit der Genehmigung von Gemeinschaftsschulen gerade im ländlichen Raum eine praktikable Lösung im Raum zu stehen.

In der Diskussion trat immer wieder die Frage nach der Qualität der Ausbildung auf. Welche Maßstäbe gelten hier, wie anerkannt werden die Abschlüsse der Absolventen einer Gemeinschaftsschule auch in anderen Bundesländern sein? Nicht zuletzt interessierte uns natürlich, wie es an einer Gemeinschaftsschule gelingen kann, unterschiedliche Voraussetzungen und Niveaus der Kinder in gemeinsamen Klassenverbänden zu unterrichten, so dass eine Förderung von Begabung die Förderung von Benachteiligung nicht ausschließt?

Als Antwort darauf sprach Torsten Kliem die Einladung an den Vorstand der Landesfachkommission aus, sich dieses in der Praxis anzusehen.
Wir freuen uns über diese Einladung und nehmen Sie gern an. Bietet sich hier für uns nicht nur die Möglichkeit des Blickes in einen solchen Unterricht, sondern auch, unterstützend tätig zu sein.

Die Veranstaltung klang bei einem Imbiss und vielen guten bilateralen Gesprächen aus!