27. April 2015
Die Schulen brauchen die Betriebe - Die Betriebe brauchen die Schulen
Landesschuldirektor Thorsten Klieme spricht vor dem Wirtschaftsrat in Magdeburg
Über 50 Prozent der Schüler haben starke Defizite in der Leistungsbereitschaft, dem Ausdrucksvermögen und einem klaren Berufswunsch. Deshalb lud der die Landesfachkommission Bildung und Arbeitsmarkt des Wirtschaftsrates in Sachsen-Anhalt ein zu einer Veranstaltung, die sich diesem Thema intensiv widmete.
Foto: Wirtschaftsrat

Nach der Begrüßung der Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates zur Veranstaltung der Landesfachkommission Bildung und Arbeitsmarkt durch ihren Sprecher Matthias Freiling, folgte der Fachvortrag zum Thema „Schulen brauchen Betriebe – Betriebe brauchen Schulen – Möglichkeiten der besseren Vorbereitung von jungen Menschen auf den ersten Arbeitsplatz nach der Schule in Sachsen-Anhalt“ im Veranstaltungszentrum des Wirtschaftsrates in Magdeburg, von Thorsten Klieme, Direktor des Landesschulamtes Sachsen-Anhalt.


Zuerst stellte Klieme dar, dass von 100 Schulabgängern in Sachsen-Anhalt 30 an eine Hochschule, 30 zu Großunternehmen, 20 zu kleinen und mittleren Unternehmen wechseln würden und die übrigen 20 unentschlossen seien, was sie tun wollten. Hinzu käme die Tatsache, dass Sachsen-Anhalt bei der Quote der Schulabbrecher einen traurigen Rekord hält.


Sehr positiv hingegen seien die Werte des Bundeslandes im deutschlandweiten Vergleich, wenn es um die Regelstandards ginge, betonte der Direktor des Landesschulamtes. So lägen die Problemquoten deutschlandweit in Mathematik bei 55,7 Prozent, in Biologie bei 35,2 Prozent, in Chemie bei 39,1 Prozent und in Physik bei 28,1 Prozent. In Sachsen-Anhalt lägen diese Werte bei 49, 26,3, 26,1 und 18,6 Prozent.

 

Nach einer Umfrage der IHK gäbe es bundesweit bei über 50 Prozent der Schüler starke Defizite in der Leistungsbereitschaft, dem Ausdrucksvermögen und bei der Äußerung eines klaren Berufswunsches, erläuterte Thorsten Klieme. Um gegen diesen negativen Trend anzusteuern, gäbe es im Arbeitsmarktprogramm für Sachsen-Anhalt ESF 2014 – 2020 diverse Programme, die unter anderem lebenslanges Lernen, Teilhabe durch Arbeit, Integration aller jungen und alten Arbeitskräfte und Potentialerschließung fördern sollen.