12. Mai 2017
Schule braucht Wertschätzung und Persönlichkeit
Am 15.05.2017 tritt das neue Sächsische Schulgesetz in Kraft. Der Wirtschaftsrat Sachsen hält es für einen richtigen Schritt, sieht jedoch weitere Notwendigkeiten, das Bildungssystem zukunftsfit zu machen. Denn exzellente Bildung in Sachsen ist die wichtigste Bedingung für dynamische Wirtschaftsentwicklung.

Wertschätzung: Der verantwortungsvolle Beruf des Lehrers muss in der öffentlichen Wahrnehmung wieder als zu respektierende und wertzuschätzende Aufgabe etabliert werden. Die von Schülern eingeforderten Werte müssen Lehrer und Bildungssystem glaubhaft und verlässlich vorleben.


Fokussierung des Lehrplans: Die Lehrinhalte sind auf Wesentliches zu konzentrieren. Insbesondere das Grundlagenwissen in den MINT-Fächern ist konzentriert zu fördern und mit Wiederholungen belastbar zu festigen. Fokussierung auf den Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur selbständigen Erschließung von Inhalten hilft, die Stundentafel zu kürzen. Unnötige Doppelungen durch Überschneidungen in Lehrinhalten müssen entfernt werden.


Kooperation Schule-Wirtschaft: Für eine praxisnahe Schulbildung, verlässliche Berufsorientierung und nachhaltige Stärkung der Wirtschaft müssen Kooperationen gestärkt und neu geschaffen werden. Berufsorientierungslehrer sind stetig fortzubilden und ihre Leistung muss angemessen gewürdigt werden. Die Lehrkräfte brauchen die Rückmeldung aus der Wirtschaft und das ökonomische Verständnis, um jungen Menschen gute Orientierung für ihr späteres Berufsleben zu ermöglichen und nicht am Bedarf vorbei zu lehren. Das gilt vor allem auch im Hinblick auf Ausbildungs- und Schulabbrecher. Die Unternehmen aus der Region können als Partner mit ihrer Fachkenntnis und Erfahrung helfen, Jugendlichen einen guten Berufsstart zu ermöglichen, wenn sie rechtzeitig gefragt und eingebunden werden.


Duale Berufsausbildung: Die hervorragenden und modernen Berufsschulzentren im ländlichen Raum müssen weiterhin gefördert und genutzt werden. Dafür ist es jedoch unerlässliche Bedingung, gute Verkehrsverbindungen zu schaffen oder zu erhalten. Infrastruktur verbessern, Berufsperspektiven entwickeln und junge Menschen in den Regionen halten, sind voneinander abhängige Bedingungen.


Oberschule: Der Wirtschaftrat Sachsen unterstützt aus großer Überzeugung die sächsische Oberschule. Diese Schulart bildet den für die Wirtschaft so wichtigen, gut qualifizierten Facharbeiternachwuchs heran. Dafür ist kein Abitur, sondern eine qualitativ hochwertige, gut funktionierende und wertgeschätzte Oberschule notwendig. Das ist auch beim Ausbau, der Modernisierung und der finanziellen Ausstattung der Standorte und Schularten sowie bei der Ausbildung und Bezahlung der jeweiligen Lehrkräfte stärker zu berücksichtigen.


Qualität: Gute Bildung hängt von guten Lehrern ab. Nachhaltigen Erfolg der Bildung bestimmt vor allem die Ausprägung der Lehrerpersönlichkeit. Deshalb muss Lehrerfortbildung zur Persönlichkeitsentwicklung profiliert werden und die Lehrerpersönlichkeit in der Praxis genügend Raum zur Entfaltung erhalten. Gute Schulqualität scheut den Vergleich nicht. Für aussagekräftige Vergleiche und gute Einschätzung der Ergebnisse braucht es transparente und verlässliche Bewertungsparameter. von Schulen und Bildungserfolgen. 

 

Vergütung: Dauerhafter Erfolg bei der Bildung ist ohne angemessene Vergütung und materielle Wertschätzung der Lehrer nicht erreichbar. Sachsen steht hier in eklatanter Konkurrenz zu anderen Bundesländern um die besten Fachkräfte. Mit dem anhaltenden Aderlass gut ausgebildeter sächsischer Nachwuchslehrkräfte in andere Länder muss Schluss sein. 

Kontakt
Dr. Dino Uhle
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Sachsen
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Telefax: 0351/ 8026335