25. Oktober 2017
Qualitätsprobleme im Bildungssystem
Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann stand in Main-Tauber Rede und Antwort
Während der Veranstaltung „Schlüsselfaktor Bildung“ fand Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann deutliche Worte zur Bildungssituation des Landes und streifte viele Aspekte. Auch von Gastgeber Ralf Krippner, Hoffmann + Krippner GmbH, und Sektionssprecherin Petra Jouaux gab es kritische Töne.
Bildungsministerin Dr. Susanne Eisenmann war in der Sektion Main-Tauber zu Gast (Foto: WR)

„Wir haben ein Qualitätsproblem“, gestand Eisenmann gleich zu Beginn ihrer Ausführungen ein. In Baden-Württemberg seien Herausforderungen verschlafen worden. Genauso wenig wie es den Schuldigen dafür gebe, gebe es jetzt den einen Hebel: „Jetzt müssen aber die richtigen Weichenstellungen gestellt werden.“ Aufeinander aufbauende Bildungsbausteine fehlten und bei jungen Kindern werde zu wenig getestet. Defizite würden auf diese Weise zu spät erkannt. „Leistung und Qualität im Schulsystem sind schließlich nichts Schlimmes“, so die Ministerin.

Dr. Susanne Eisenmann, Petra Jouaux und Ralf Krippner (Foto: WR)

Eisenmann ist überzeugt davon, die Schüler ab Klasse 5 leistungsgerecht zu beschulen. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung stünden berufliche Ausbildung und Studium sowie die Schularten untereinander aber nicht mehr gleichberechtigt nebeneinander. Dies führe zu Problemen bei der Zahl der Fachkräfte. „Schon heute gibt es mehr Studierende als Auszubildende.“ Das Thema berufliche Bildung habe sie deshalb bei der Kultusministerkonferenz erstmals seit 20 Jahren wieder auf die Agenda gesetzt.

Gute Gespräche im Anschluss (Foto: WR)

Bildung sei ein Schlüsselfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg eines Landes, von ihr hinge Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit ab. Ein funktionierendes Bildungssystem sichere Fachkräfte, müsse andererseits aber auch flexibel an die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts angepasst werden, waren sich die Diskussionsteilnehmer im Anschluss an Eisenmanns Rede einig.