16. Februar 2011
Oberbürgermeisterin Petra Roth beim Juniorenkreis
Zum „Kamingespräch“ hatte der Juniorenkreis Hessen des Wirtschaftsrates alle interessierten Mitglieder und ausgewählte Gäste nach Frankfurt eingeladen. Besonderer Gast des Abends war Oberbürgermeisterin Petra Roth. Karina Henneberger, neue Landesvorsitzende, begrüßte die CDU-Politikerin. „Wir freuen uns sehr, Sie heute bei uns begrüßen zu können und sind gespannt auf die Gespräche im kleinen Kreis“, so die Juniorenkreischefin.
v.l.n.r. Thomas Lang, Stv. Landesvorsitzender Juniorenkreis Hessen; Petra Roth, Oberbürgermeisterin Frankfurt am Main; Karina Henneberger, Landesvorsitzende Juniorenkreis Hessen Foto: Wirtschaftsrat

Thomas Lang, stellvertretender Landesvorsitzender, stellte die Oberbürgermeisterin kurz vor. „Als gute Nachbarn kennen wir uns schon einige Jahre. Zwar sind wir beide Frankfurter, aber eigentlich wohnen wir in einem kleinen Dorf, in dem die Welt noch in Ordnung ist“, erklärte der dort ehrenamtlich engagierte Feuerwehrmann.

In ihrem Vortrag berichtete die Verwaltungschefin unter anderem über die Vorzüge der „kleinsten Metropole“ Europas. Gerade im Bereich der Rechenzentren liege Frankfurt mittlerweile locker vor London oder Paris. Wohnen in Frankfurt sei nicht wirklich preiswert, aber im Vergleich zu Rom, Wien oder Stockholm auch noch für Familien „leistbar“. Stolz sei sie, dass die Stadt bislang allen Angeboten zum Verkauf des Wohnungsbestandes widerstanden habe. „Wenn Firmen mit unseren Wohnungen Gewinn machen wollen, dann können wir das auch – und die Erfolge geben uns Recht“, so Roth.

Aber auch Persönliches war an diesem Abend von Frau Roth zu erfahren, die die geplante Diskussionszeit von 90 Minuten glatt verdoppelte: „Ich freue mich wirklich, dass ich heute bei Ihnen seien kann, denn sie haben die Zukunft in der Hand“, sagte die Oberbürgermeisterin. Angesprochen auf die aktuelle Diskussion um Frauenquoten in Vorständen entgegnete sie: „Alles was ich geschafft habe, ist durch Wahlen entschieden worden. Man muss ein Ziel haben und natürlich auch seine Netzwerke pflegen.“ Wenn sie in die Runde schaue, traue sie allen Frauen zu, auch ohne Quote Karriere zu machen.

Petra Roth erzählte auch die ein oder andere Anekdote aus ihrem ereignisreichen Leben. Ganz bewusst habe sie sich für ihre Kinder und die Kindererziehung eingesetzt. Sie sei in jungen Jahren in die CDU eingetreten, auch aus Enttäuschung über die Ost-Politik. Als jüngste Frau sei sie in die Stadtverordnetenversammlung eingezogen – durchaus vom ein oder anderen männlichen Kollegen belächelt. „Dennoch, man braucht eigene Leitlinien und man muss moralisch handeln. Das ist unter anderem das Erfolgsrezept für eine gute Politik“, sagte Roth. Dabei müsste sie jedoch feststellen, dass es immer  populärer werde, sich nicht an Leitlinien zu orientieren, sondern „frei und beliebig“ zu sein. Dies sei auch ein Grund, warum sich immer weniger Menschen an Parteien binden würden. „Trotzdem ist die CDU die einzige Partei, die ein klares Programm hat und für gewisse Werte und Grundsätze stehe. Natürlich haben sich diese in den vergangenen 60 Jahren verändert, aber es ist meine Partei und eine Modernisierung ist nicht schlecht, solange sie nicht nur erfolgt, um eine vorübergehende Stimmung aufzunehmen“, so die CDU-Politikerin.