11. Mai 2016
Nordhessen: Eine Region im Aufwind
Vor welchen Herausforderungen steht die wirtschaftlich industriell geprägte Region Nordhessen? Wie beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage? Wie wird die politische Lage beurteilt? Sybille von Obernitz, Hauptgeschäftsführerin der IHK Kassel-Marburg, referierte auf der Frühstücksveranstaltung der Sektion Kassel über die die Herausforderungen und Möglichkeiten für Wirtschaft und Industrie in der Region.
Sybille von Obernitz (Foto: Wirtschaftsrat)

„Nordhessen durchlebt derzeit einen einzigartigen Prozess“, stellte Sybille von Obernitz einleitend fest. 41,8 Prozent der befragten Unternehmen beurteilten ihre wirtschaftliche Lage als gut. Im Vorjahr behaupteten dies rund 36 Prozent. Die Zahlen basieren auf dem aktuellen Konjunkturbericht der IHK Kassel-Marburg. „Besonders der Einzel- und der Großhandel sowie die verbrauchernahen Dienstleister erachten die Situation als gut.“ Der Fokus der Verbraucher liege auf der Qualität der Produkte.

 
Eine Herausforderung für die Unternehmen der Region stellen die öffentlich-rechtlichen Aufgaben dar. Diese beanspruchen einen enormen Kostenpunkt der Unternehmenskalkulation. Die Regularien, die die EU den Unternehmen und Branchen auferlege, wirken sich auch auf die Arbeit der IHK vor Ort aus: „Neue Regularien bedeuten für die Handelskammern, dass neue Prüfungsanforderungen zu generalisieren sind - und das bundesweit. Die IHK hat den klaren Vorteil, dass die Bildungsstandards bundesweit gleich sind.“

 
Neben der Prüfungsaufsicht über die Einhaltung der Regularien unterstützt die IHK Unternehmen dabei, sich selbst attraktiv zu gestalten. Werteorientierung und Unternehmensphilosophie seien für Unternehmen unabdingbar. Zudem müssen Unternehmen für politische Prozesse sensibilisiert werden. „Die Industrie- und Handelskammern profitieren hierbei von der Länderkompetenz“, erklärte von Obernitz, „insbesondere kleine Kammern spezifizieren sich abhängig von den Anforderungen der Region. Große Kammern können ihre Kompetenzen heterogen fächern.“ Die Arbeit der Kammern greife ineinander. Besonders in Hessen sei das arbeitsteilige Agieren der Kammern spürbar.


Über die Region sagte die Wahlhessin, dass sie hier auf außergewöhnliche Unternehmen getroffen sei. Nordhessen sei mit anderen Wirtschaftsstandorten Deutschlands kaum vergleichbar. Dies begründe sich einerseits aus der nordhessischen Mentalität, andererseits aus der Zusammensetzung der Branchen in der Region.

Foto: Wirtschaftsrat
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