01. Februar 2011
Neujahrsempfang mit Ministerpräsident Stefan Mappus: Aufstieg durch Bildung muss Markenzeichen Baden-Württembergs werden
Für ein Unternehmen, das tief in der baden-württembergischen Gesellschaft verankert ist, ist eine stabile Eigentümerstruktur sehr wichtig, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis, der Gastgeber des Neujahrsempfangs des Wirtschaftsrates war. Rund 800 Unternehmer und Führungskräfte aus der Region folgten der Einladung in die EnBW-City. Das Land Baden-Württemberg hat jüngst die Anteile des französischen Energiekonzerns EdF übernommen. Villis gab sich jedoch zuversichtlich, dass Ministerpräsident Stefan Mappus sein Wort halten werde, sich nicht in das operative Geschäft einzumischen.
Foto: Wolfgang List

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte der EnBW-Chef. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung machte Villis deutlich, dass die EnBW vom derzeitigen Aufschwung sehr profitiere. Zugleich veranschaulichte er aber auch, welche Investitionen gerade im Bereich Erneuerbare Energien anstünden, um den in Zukunft gewünschten Energiemix anbieten zu können. „25 bis 35 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie zu erzeugen, ist schön, aber woraus gewinnen wir die restlichen 65 bis 75 Prozent?“, fragte Villis. Dies werde nicht ausreichend diskutiert. Dabei würden inzwischen etwa Kohlekraftwerke mit drastisch gestiegenen Wirkungsgraden gebaut, die beispielsweise diese Lücke schließen könnten.

Höhepunkt des Abends war die Rede von Ministerpräsident Stefan Mappus: Der Ministerpräsident verteidigte den Kauf der EnBW-Anteile und betonte, dass die Landesregierung sich nicht in das operative Geschäft einmischen werde. Dies werde auch an der Besetzung des Aufsichtsrats deutlich werden.

Zugleich zeigte sich Mappus begeistert über den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung. Dies sei „phänomenal“ und in dieser Form nicht erwartet worden. Er werde sich auch in diesem Jahr ungebremst fortsetzen. Einen besonderen Fokus richtete der Ministerpräsident auf die Jugendarbeitslosigkeit, die im Land eine der niedrigsten in ganz Europa sei. Mappus machte deutlich, dass künftig nur die Bildung über den Erfolg des Wirtschaftsstandortes entscheiden werde. Aufstieg durch Bildung müsse ein Markenzeichen Baden-Württembergs werden.