03. November 2015
Nachfolge, die größte Herausforderung nach der Unternehmensgründung
Im Rahmen des Offenbacher Unternehmerfrühstückes referierte Dr. Ralf Beckmann, Leiter der Nachfolgeberatung bei der Commerzbank AG, im Schlosshotel Heusenstamm über „Tipps und Stolpersteine bei der Unternehmensnachfolge“.
Foto: Wirtschaftsrat

„Wo ist der Notfallplan?“, fragte Alexander Wilhelm, Sektionssprecher Offenbach/Dieburg des Wirtschaftsrates. Denn auch mit 50 Jahren könne die Problematik der Nachfolge bereits unvorhergesehen von Bedeutung werden. Viele Unternehmer verhalten sich jedoch viel zu zurückhaltend, was ihre Unternehmensnachfolge angeht. So gäbe es, laut Wilhelm viel zu beachten, was für ein weiteres erfolgreiches Bestehen des Unternehmens unerlässlich sei.

 

Der erste große Fehler, der bei der Nachfolge gemacht werde, sei laut Beckmann, dass verkannt wird, wie eng Familie und Unternehmen zusammen hingen. „Die Nachfolge wird viel zu oft mit Verkauf verbunden. Lediglich 25 Prozent der Firmen gehen jedoch an Mitarbeiter, 15 Prozent an Externe und die verbleibenden 60 Prozent bestehen weiterhin in der Familie“, so Beckmann. Dabei sei es gerade wichtig ein Unternehmen als Familienunternehmen zu erhalten, da diese erfolgreicher seien, als andere.Allerdings treten so auch besondere Probleme zu Tage: In einem Erbfall ist es nahezu unmöglich einen Weg zu finden, der alle zufrieden stellt. So sei es laut Beckmann „schwer unternehmerisches Risiko zu beziffern.“ Beispielsweise ist es unmöglich im Voraus den Ertrag zu errechnen, welchen ein zu vererbendes Unternehmen erzielen wird und den finanziellen Nutzen von daneben bestehenden Immobilien. Gerechtigkeit gebe es in diesem Zusammenhang nicht, aber was von den Familienmitgliedern als gerecht empfunden würde, sei es meist auch. Aus diesem Grund kann häufig eine Einigung erzielt werden, welche die Beteiligten zufrieden stellt.Auch der steuerliche Aspekt spielt bei den Überlegungen zur Unternehmensnachfolge eine bedeutende Rolle. In diesem Zusammenhang spricht Beckmann steuerliche Erleichterungen für Unternehmensnachfolger, insbesondere die Regel- und die Optionsverschonung, an. So betont dieser: „Die Steuer ist vielfach eine Antriebsfeder für die Nachfolge. So muss diese besonders durchdacht werden, damit am Ende alle Beteiligten mit den Regelungen zufrieden sind“.