01. Oktober 2014
Ministerpräsident Bouffier hält Festrede beim hessischen Landesverband
Großes Lob für den Wirtschaftsrat: Dieser sei ein „Innovator, ein Anreger für die Wirtschaft, eine starke Stimme in unserer Gesellschaft.“ O-Ton Volker Bouffier, hessischer Ministerpräsident und Festredner beim Jahresempfang des Landesverbandes in der BMW-Niederlassung Frankfurt. Sein Wunsch sei es, dass sich der Wirtschaftsrat weiterhin und am besten noch mehr einbringe, um mitzuhelfen, Grundlagen für die Gestaltung unserer Gesellschaft zu schaffen.

In seiner Tour d’Horizon durch die Politik der schwarz-grünen Landesregierung gab Bouffier den 370 Gästen einen Einblick hinter die Kulissen einer - trotz einiger Unkenrufe zu Beginn - bislang erfolgreichen Arbeit. „Das Wahlergebnis stellte uns vor ziemliche Herausforderungen“, sagte Bouffier. Aber die Einsicht, dass vor allem Kompromissfähigkeit Grundlage sei für Handlungs- und damit überhaupt Politikfähigkeit, habe letztlich zu Schwarz-Grün geführt. Nicht wechselseitig überfordern und voller Respekt miteinander umgehen, so lasse sich die Idee, Ökonomie und Ökologie zusammenbringen, verwirklichen.


Bouffier erläuterte in seiner viel beachteten Rede, nach welchem „Kompass“ die Koalition vorgehen wolle, um die Zukunft zu sichern und zu gestalten. Da sei u.a. das Bekenntnis zum Industriestandort und zur Dienstleistung. Der Ministerpräsident nannte „zwei Module, die uns attraktiv machen“. Zum einen „liegen wir mitten drin in Deutschland“ mit dem „Glanzstück Flughafen“. Um in zehn Jahren noch wettbewerbsfähig zu sein, werde man mit Blick etwa nach Istanbul, wo ein riesiger Flughafen entstehe, massiv um den hierzulande richtigen Weg ringen. Stichwort: Ausbau des Rhein-Main Flughafens. Bouffier erinnerte in diesem Zusammenhang an allein 38 000 Arbeitsplätze bei der Lufthansa.


Das zweite Modul sei das Finanzzentrum Frankfurt.


Eine andere Frage sei, ob “wir in zehn Jahren noch in der Lage sind, bei den digitalen Medien eine wesentliche Rolle zu spielen“. Oder das Thema Freihandelsabkommen zwischen USA und Europa, TTIP. „Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen“.

 
Weitere Schwerpunkte zur Zukunftsgestaltung seien Bildung und Forschung. 
Zusammengefasst: Nur ein starkes Deutschland mit einer starken Wirtschaft werde die europäischen Herausforderungen meistern.


Zuvor in der Mitgliederversammlung konnte der Vizepräsident der Wirtschaftsrates Deutschland und Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, Hans Helmut Schetter, Rekordzahlen vermelden. Inzwischen sei der Landesverband auf 1612 Mitglieder angewachsen; bei 255 Veranstaltungen konnten über 6000 Gäste gezählt werden.

 

Als Schwerpunktthemen für die nächsten zwei Jahre nannte Schetter: Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur als Garant für einen funktionierenden Industriestandort, mietfreies Wohnen im Alter durch Bildung von Wohneigentum, Flexibilität bei der Rente, um einer sich an der steigenden Lebenserwartung orientierende Altersgrenze zu begegnen, die Energiewende und der Erhalt des Meisterbriefes als Qualitätsmerkmal deutschen Handwerks.