27. September 2016
Mindfulness: Mehr als bloß ein Megatrend!
Ist die Achtsamkeit für Führungskräfte mehr als bloß ein Megatrend? Dieser Frage gingen die Landesfachkommissionen Internationaler Kreis und Familienunternehmen und Mittelstand beim 2. Mittelstandsforum im House of Finance nach. Dr. Karolien Notebaert, Neurowissenschaftlerin, Dozentin und Autorin der Goethe Business School, referierte über die Bedeutung von Achtsamkeit in wissenschaftlicher Hinsicht. Christine Wolff, Head of Business Engagement bei der Deutschen Bank AG, berichtete über die Implementierung in ihrem Institut.
Dr. Karolien Notebaert (Foto: Wirtschaftsrat)

„Leistung entspricht dem Potential abzüglich der Interferenzen“, begann Dr. Karolien Notebaert, Neurowissenschaftlerin, Dozentin und Autorin der Goethe Business School ihren Vortrag. „Die Interferenzen kann man durch Training der Selbstkontrolle abbauen und eine höhere Leistungsfähigkeit erzielen.“ Selbstregulation ist die Fähigkeit, die aufsteigende, automatische, impulsive Komponente zu kontrollieren und sich somit im Einklang mit höheren Zielen zu verhalten. Die Kontrolle über diese Fähigkeit beeinflusse den Umgang mit negativen emotionalen Reaktionen. Außerdem schlage sich die Fähigkeit in einem höheren allgemeinen psychologischen Wohlbefinden sowie einer besseren physischen Gesundheit nieder. „Achtsamkeit ist der Schlüssel für hohe Leistungsfähigkeit“, so Notebaert.

 

Früher wurde mindfulness als Esoterik abgewertet, hat sich aber durch diverse Studien als Wissenschaft etabliert. Infolgedessen ist mindfulness auch in der Praxis von Unternehmen angekommen. Christine Wolff, Head of Business Engagement bei der Deutschen Bank bestätigte, „Die Kandidaten für Führungskräfte sind fachlich meist sehr gut ausgebildet sind. Allerdings fehlt es ihnen oft an Skills zur Bewältigung von Stress oder auch dem richtigen Umgang mit der Presse.“ Deswegen entschied sich die Deutsche Bank einige Mitarbeiter an einem Training für Achtsamkeit teilnehmen zu lassen. Nach dem Training war das Feedback der Mitarbeiter größtenteils positiv. Sie machten zum Beispiel bei Bewerbungsgesprächen einen gelasseneren Eindruck als Kollegen, die nicht an dem Training teilgenommen hatten. Auf Grund der positiven Resonanz werde das Programm innerhalb der Deutschen Bank ausgeweitet.

 

Das Training ist nicht nur für Führungskräfte geeignet. „Theoretisch kann jeder achtsam sein, daran zu denken ist jedoch schwer“, so Notebaert. Einen einfachen Tipp zur Selbstregulation hatte die Neurowissenschaftlerin auch: „Anstatt auf einen Reiz sofort eine Reaktion folgen zu lassen, kann man auch zwei Atemzüge abwarten bevor man auf eine Frage antwortet.“

 

Dr. Fabian Urban, Director Executive Education von der Goethe Business School, begleitete die Diskussion als Moderator.

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