14. November 2016
Mehr Schulden durch niedrige Zinsen
Wirtschaftsweiser Prof. Dr. Lars Feld beim Wirtschaftsrat
Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wird von einigen Staaten des Euro-Verbundes zunehmend dazu genutzt, ihre Verschuldung zu erhöhen - statt diese abzubauen. Diese Auffassung vertrat vor dem Wirtschaftsrat im Saarland Professor Dr. Lars Feld, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Prof. Dr. Feld bei seinem Vortrag beim Wirtschaftsrat in Merzig in der Holzhauer KG (Foto: Wirtschaftsrat)

Lars Feld (1966 in Saarbrücken geboren) hat an der Saar-Universität studiert und leitet heute das Walter Eucken-Institut in Freiburg. Die Leitung der Vortragsveranstaltung in Merzig  hatte der Vorsitzende des Wirtschaftsrates im Saarland, Wolfgang Holzhauer.


Feld skizzierte für das kommende Jahr 2017 ein labiles ökonomisches Umfeld. Vor allem Italien, dort steht zudem  eine politische Niederlage der stabilitätsorientierten römischen Regierung von Matteo Renzi im Raum, könnte 2017 in heftige Turbulenzen kommen. Weniger Frankreich, das sich auf einem viel besseren gesamtwirtschaftlichen Niveau bewege. Die Bundesrepublik Deutschland schneide vergleichsweise gut ab.


Als wesentliche Gefährdungspotenziale der nächsten Zeit  listete Feld auf:
Politische Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten und Europa, geopolitische Risiken, unerwartete wirtschaftliche Eintrübung in China und Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten.


Über die tatsächlichen Auswirkungen des Brexit wollte er sich nicht festlegen. Die anstehenden Verhandlungen würden darüber entscheiden. Auf jeden Fall verliere Deutschland mit dem Ausscheiden von Großbritannien aus der EU einen Verbündeten, wenn es um die liberale Wirtschaftsordnung in Europa geht.