10. Mai 2018
Auftaktveranstaltung des 3. CXO-Events Sylt in der Spielbank Westerland
Mehr Mut ist gefragt
Künstliche Intelligenz (KI) hat nichts mit unserer menschlichen Intelligenz zu tun. Die KI kann nur das nutzen und entwickeln, was der Mensch vorgegeben hat und damit die Effizienz vervielfachen“. Das war eine der Kernaussagen von Professor Dr. Michael Feindt, Gründer der
Blue Yonder GmbH, einem der weltweit führenden Unternehmen, wenn es um den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Handel geht.
Prof. Dr. Michael Feindt (Blue-Yonder) / Foto: Wirtschaftsrat

Beim Auftaktabend in der Spielbank Westerland machte der Karlsruher unter dem Titel „Künstliche Intelligenz im B2B-Markt – Chance für Deutschland“ deutlich, daß aus seiner Sicht kein Grund für eine Angst vor künstlicher Intelligenz besteht. „Sicherlich geht es mit großen Schritten vorwärts, aber die Technik hat gerade erst das Sehen und Erkennen von Objekten gelernt, was uns Menschen sehr leicht fällt“, so Feindt, der mit seinem Unternehmen Werkzeuge entwickelt, damit der klassische Handel sich gegen Internetriesen wie Amazon behaupten kann. „Leider stellen wir immer wieder fest, daß es in Deutschland noch viele Firmen gibt, die sich aus Angst gegen datenbasiertes Arbeiten und Handeln entscheiden.“ Vor allem Amerikaner verstünden heute, wie Firmen heute noch ohne Datenauswertung erfolgreich sein können.

Zielsetzung müsse sein, in Kombination von Mensch und KI die besten Lösungen zu finden. „Wenn es uns gelingt, unser Wissen und KI zu kombinieren, werden wir in vielen Bereichen, auch in der Medizin, zu viel besseren Methoden und Erfolgen kommen.“ Es müsse das Ziel sein, etwaige Risiken der KI einzuschränken durch einen klaren gesetzlichen Rahmen.

Der Unternehmer und Wissenschaftler machte deutlich, daß der Fortschritt heute vor allem aus der Wirtschaft vorangetrieben wird. „Die Forschung geht weg von der Wissenschaft hin in die Wirtschaft. Die öffentlichen Gelder, die bereitstehen, sind im Verhältnis zu dem, was
Unternehmen, beispielswese Google einsetzt, verschwindend gering.“ Das bereite ihm durchaus Sorgen. Ebenso müßte auch in Deutschland mehr darauf geachtet werden, daß wie in China und den USA jeder Schüler programmieren lernt. „Wir haben in Deutschland nur ein einziges weltweit erfolgreiches Software-Unternehmen. Es wird Zeit, daß wir hier Fahrt aufnehmen.“ Es sei ja nicht so, daß in Deutschland das Potential fehle. Prof. Dr. Feindt: „Unsere Ausbildung ist grundsätzlich sehr gut. Fast jedes Institut in der Welt hält sich einen Deutschen. Wir sind einfach zu schlecht darin, aus unseren Fähigkeiten mit Mut anständige Geschäftsmodelle zu machen.“ / Holger Hartwig