13. August 2013
Medienaufsicht 2.0: be smart!
Wirtschaftspolitisches Frühstück in den Räumen von PwC als Auftaktveranstaltung nach der Sommerpause
Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, informiert über ihre Arbeit und die aktuellen Trends der Medienwelt. Den Rundfunkstaatsvertrag hält sie für eine „alte Dame“, mit der man zwar arbeiten kann, die der Moderne aber hinterherhinkt.
Cornelia Holsten (links) erläutert ihre Arbeit und aktuelle Trends der Medienwelt (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Landesmedienanstalt ist im Bundesland Bremen für die Aufsicht privater Radio- und Fernsehprogramme sowie die der Telemedien zuständig. Diese Aufgabe teilt sich laut Holsten vor allem in zwei inhaltliche Schwerpunkte. Auf der einen Seite muss, ähnlich wie bei öffentlich-rechtlichen Sendern die strikte Trennung zwischen Werbung und Programm eingehalten werden, auf der anderen Seite liegt der Fokus auf dem Kinder- und Jugendschutz, welcher nicht vernachlässigt werden darf.

Im Anschluss an diese organisatorische Einführung ging die Direktorin auf aktuelle Trends ein. Eindrucksvoll verdeutlichte sie die Zunahme der Nutzung von Tablets, Smartphones und Laptops in den Bereichen Einkauf sowie Studium beziehungsweise universitäre Lehre. Allein daraus ergibt sich die Erkenntnis, dass unsere Kinder „nicht schutzlos durchs Internet gehen“ dürfen, resümierte Holsten. Dementsprechend sieht sie die Vermittlung von Medienkompetenz als eine der wichtigsten Aufgaben der Landesmedienanstalt an und versucht bei Behörden und Verbänden für eine Kooperation zu werben.

Als zweite große Herausforderung benennt Holsten die veränderten Formen von Werbung und Vernetzung. Demnach ist es falsch Plattformen wie Google und Facebook als „bloße Software“ zu sehen, die rein technische Funktionen erfüllen. Hieraus ergibt sich für sie, dass der Rundfunkstaatsvertrag um eine digitale Medienordnung ergänzt werden muss. Sie wünscht sich kein abschließend reguliertes Internet, sondern eine Grundlage, mit der den Landesmedienanstalten eine effektive Arbeit ermöglicht und ein entwicklungsfähiges Instrument geschaffen wird. Schließlich geht es darum die Potenziale des Netzes voll zu entfalten, aber auch einen eigenverantwortlichen Umgang mit seinen Risiken und Gefahren hinzuweisen.