02. Mai 2016
Landkreis Ravensburg: Wie geht es weiter im flächenmäßig zweitgrößten Landkreis im Südwesten?
Wirtschaftsrat fordert: Zukunft des Flughafens Friedrichshafen sichern
Austausch und Diskussion vor Ort mit Harald Sievers, Landrat des Landkreises Ravensburg
Harald Sievers, Landrat des Landkreises Ravensburg (Foto Wirtschaftsrat)

Ravensburg. Die Frage nach dem "Morgen" und der analytische Blick in die Zukunft von Ravensburg waren an diesem Mittag Grundlage der Veranstaltung. Harald Sievers, seit 10 Monaten neuer Landrat des Kreises Ravensburg, informierte die Unternehmerinnen und Unternehmer der Region dabei über die Prognos Studie der Vor- und Nachteile des Landkreises Ravensburg. Auch stellte er in der Diskussion die notwendige Finanzierung des lokalen Kreiskrankenhauses und der des Flughafens in Friedrichshafen gegenüber.

 

Sein Jurastudium absolvierte Harald Sievers an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie an den Universitäten Genf und Lausanne, das anschließende Referendariat beim Oberlandesgericht Koblenz. Sein beruflicher Werdegang zeichnete Stationen am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht der Universität Bielefeld, am Bundesrechnungshof sowie in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport des Landes Bremen ab. Der 40-jährige vormalige erste Beigeordnete der nordrhein-westfälischen Stadt Düren hat nach seiner Wahl durch den Kreistag im ersten Wahlgang am 1. Juni 2015 sein Amt als Landrat angetreten. Als solcher vertritt er den Landkreis nach außen und leitet das Landratsamt sowohl als Behörde des Landkreises, als auch als untere staatliche Verwaltungsbehörde. Zugleich ist er Vorsitzender des Kreistages und seiner Ausschüsse. Als Erster Beigeordneter der Stadt Düren war er Leiter des Dezernats „Allgemeine Verwaltung, Finanzen und Soziales“ und ist nun im Südwesten tätig.

Dr. Andreas Wolf begrüßt die Unternehmerschaft der Region Ravensburg (Foto Wirtschaftsrat)

Die Studie des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos aus Stuttgart zeichnete ein rundweg positives Bild des Landkreises Ravensburg. Nahezu Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent, starker Hochschulstandort, "breites Angebot" in der beruflichen Ausbildung. Schwachstellen im Landkreis sind laut Prognos der Fachkräftemangel, hohe Mietpreise in Ravensburg sowie Mängel in der Verkehrsinfrastruktur - vor allem was die B 30 sowie die Südbahn betrifft. Neben diesen Fakten erklärte uns Sievers, dass aufgrund eines Zuschusses von 10 Millionen Euro an das Kreiskrankenhaus keine etwaigen Investitionen oder Unterstützung für den Flughafen Friedrichshafen möglich sei.

Landkreis Ravensburg: Wie geht es weiter im flächenmäßig zweitgrößten Landkreis im Südwesten? (Foto Wirtschaftsrat)

Die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer teilten indes unmißverständlich mit, dass der Flughafen Friedrichshafen unabdingbar eine feste Größe der Region ist und künftig bleiben muss. Dies gerade im Hinblick auf den Wettbewerb mit Memmingen, der von der bayerischen Landesregierung unterstützt wird, sollte sich die baden-württembergische Landesregierung in Stuttgart fragen, wie sie mit dieser Herausforderung umgehen möchte.

 

Der Wirtschaftsrat fordert, den Standort Friedrichshafen zukunftsfähig zu machen und dauerhaft zu sichern. Im Rahmen der Veranstaltung waren sich die Vertreter aus Wirtschaft und Industrie unisono einig, dass man sich für einen starken Flughafen Friedrichshafen einsetzen muss und wird!